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Wie bewegen wir uns in Zukunft?

27.09.2011:

In der neuen Studie „Die Zukunft der Mobilität 2030“ zeigt das Zukunftsinstitut, womit und wie wir uns in 20 Jahren fortbewegen werden.

Im Fokus der Studie steht die Frage: Wie bewegen wir uns in Zukunft? Was verstehen wir unter Mobilität im 21. Jahrhundert und wie durchdringt sie unser alltägliches Leben? Dabei wird Mobilität nicht allein als Fortbewegung betrachtet, sondern als Ausdrucksform einer meta-mobilen Lebensweise, die unsere Konsumgewohnheiten ebenso wie unsere sozialen Beziehungen umfasst.

Nutzen wird wichtiger als Besitzen
Heute stehen wir vor dem Ende des Kulturmodells Massenmotorisierung. Der Pkw – einst Inbegriff von Freiheit und Individual-Beweglichkeit – stößt angesichts zunehmender Verkehrsprobleme, gerade in den aufstrebenden Megastädten der Schwellenländer, längst an seine Grenzen. Gefragt sind neue, nachhaltige und zugleich vernetzte Mobilitätskonzepte, die dem Einzelnen mehr Flexibilität und Individualität im Massenverkehr ermöglichen. So wächst der Wunsch nach Mobilitätslösungen, die nicht den Besitz, sondern die Nutzung von Verkehrsmitteln in den Vordergrund stellen. „Es ist ein langfristiger Trend, dass der Eigentumswunsch beim Auto langsam aber sicher zurückgeht. Carsharing ist ein konstant wachsendes Phänomen in urbanen Gebieten, die eine hohe Mobilitätsdichte durch öffentlichen Nahverkehr haben. Dort braucht man das eigene Auto weniger und die Sinnhaftigkeit des persönlichen Pkw-Besitzes geht gegen Null. Je weiter sich die Formen ‚geteilter Mobilität’ professionalisieren, desto weniger wird es notwendig sein, dass man immer dasselbe Auto vor der Tür hat“, ist der Zukunftsforscher Matthias Horx überzeugt.
 

Auf dem Weg in die Stand-by-Mobilität
Unter dem Projektnamen „BeMobility“ testet die Deutsche Bahn derzeit in Berlin ein neues, integriertes Mobilitätskonzept (www.bemobility.de). Mit ihrer „Karte für alles“ liefert die Bahn dabei ein zukunftsweisendes Beispiel für den neuen Ansatz vernetzter, nutzungsorientierter Stand-by-Mobilität. Ihre Nutzer können sich über „Call a Bike“ ein Fahrrad ausleihen, ein Elektro- oder Hybridauto über „Flinkster mein Carsharing“ buchen und auch den ÖPVN preiswerter und flexibler nutzen. Die Zukunft der Mobilität basiert auf Systeminnovationen, die aus der zentralen Verkehrsplanung von einst ein sich selbst steuerndes System machen. Erst dann entstehen die systemverändernden Synergien zwischen den Verkehrsmitteln, die den öffentlichen und Individualverkehr verlustfrei miteinander verknüpfen und so eine verkehrsmittelneutrale Echtzeitmobilität herstellen.

Vernetzte Mobilität – Personenverkehr 2.0
„Die Nachfrage nach professionellem Mobilitätsmanagement und intelligenten Mobilitätsdienstleistungen wird in den nächsten Jahren massiv steigen“, so der Leiter der Studie Christian Rauch. Das Mobilitätsbewusstsein der Menschen verändert sich. Eine bessere Vernetzung bestehender Verkehrsmittel fordern 70 Prozent der Autofahrer. Der Umstieg von Bus und Bahn auf Fahrräder oder Carsharing-Fahrzeuge muss demnach reibungsloser funktionieren, das Infrastrukturnetz entsprechend ausgebaut werden. „Premium-ÖPNV wird ein wichtiges Thema der kommenden Jahre werden: Angebote, die dem heutigen Autofahrer keine Argumente mehr lassen, um weiter ein eigenes Auto zu besitzen.“
 

Social Logistic Networks
Soziale Netzwerke werden für die Mobilitätskonzepte der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Wie sie sich für einen Logistikdienstleister nutzen lassen, testet DHL mit seinem Projekt Bring Buddy – einer Art Mitfahrzentrale für Pakete. Wer sich über Facebook anmeldet, kann an zuvor festgelegten Orten Päckchen abholen und auf dem Weg in oder aus der Stadt seinen Bekannten mitbringen. Post-Managerin Petra Kiwitt erklärte im Interview mit der WELT: „Wir wollen testen, wie wir Social Networks im Internet für die Zustellung von Paketen durch Privatpersonen nutzen können.“

Face-Time-Incentives in der Business-Mobilität
Neben dem Wandel im privaten Mobilitätskonsum beleuchten die Autoren auch die Zukunft beruflicher Mobilität. Das Leben einer wachsenden Zahl von Menschen ist durch ein Höchstmaß an Flexibilität, Vernetzung, Internationalität und Individualität gekennzeichnet. Diese multi-mobile Business-Class agiert in einem weltumspannenden Handlungsraum, der Globus wird zum Arbeitsplatz, die Welt zum Zuhause, die Mobility-Lounge zum Wohnzimmer. Unternehmen müssen daher für ihre Mitarbeiter und Kunden mobile Services bereithalten, um mit der fortschreitenden Vernetzung und Mobilität Schritt zu halten. Denn Business Mobility der Zukunft bedeutet: Die Arbeit wird mobiler, die Kilometer werden weniger.
 

Die Zukunft der Mobilität 2030, Christian Rauch, Thomas Huber, Sarah Volk
unter Mitarbeit von Pia Ottes und Sophia Ostner, Oktober 2011, ca. 120 Seiten
ISBN 978-3-938284-61-2, Preis: 180,- Euro zzgl. MwSt.

Über das Zukunftsinstitut

Die Zukunftsinstitut GmbH, 1998 von Matthias Horx gegründet, arbeitet als Think Tank und Unternehmensberatung im Bereich der Strategie- und Innovationsentwicklung. Zahlreiche Studien zum gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel liefern die Grundlage für die Beratungstätigkeit.
 



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