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Visionen verändern die Welt

13.09.2005:

Viele haben den Eindruck, dass auf unserer Erde von Jahr zu Jahr alles ein wenig schlechter wird als es früher war. Dieser Eindruck ist nicht zuletzt dadurch entstanden, dass für die Medien meist nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind. Die gute Nachricht wird deshalb oft vernachlässigt oder fällt ganz unter den Tisch. Wodurch auch die vielen "Helden des Alltags", die zu den good news beitragen, nicht immer ausreichend gewürdigt werden.

Foto: Begsteiger

Mitte der 70er Jahre ist die Zivilgesellschaft in unserem Land erwacht. Der erste volle Triumph war das NEIN gegen Zwentendorf und gegen die Atomkraft. Der Jubel bei den Kraftwerksgegnern ist grenzenlos. Die Erkenntnis für viele: Mein Engagement lohnt sich. Statt der verpönten Atomkraft setzte die Energiewirtschaft auf die vermeintlich saubere Wasserkraft. Naturschutz war kein Thema. Die letzten Flusslandschaften wurden hinter Staumauern verräumt, unter dem Motto: "Besser zerstörte Flussauen als verstrahlte Kinder."

1984 war Hainburg an der Reihe. Die weltweit einzigartige Aulandschaft sollte dem Fortschritt weichen. Eine kleine Gruppe von Kraftwerksgegnern setzte sich gegen den Baubeginn zur Wehr. Erst die Bilder der Schlachten zwischen Bauarbeitern und Demonstranten brachten mediale Aufmerksamkeit. Vor allem bei Krone-Herausgeber Hans Dichand - vielleicht auch aus der Sorge um seine Kinder, die in Stopfenreuth lagerten. Dichand stellte sich voll auf die Seite der Kraftwerksgegner und erzwang dadurch von der Politik eine Nachdenkpause. Heute ist das damalige Kampfgebiet das Herzstück des Nationalparks Donauauen. Der eigentliche Erfolg von Zwentendorf und Hainburg ist ein zutiefst politischer. Die Inhalte und Methoden der etablierten Denkweise werden in Frage gestellt. Die Zivilgesellschaft (das sind du und ich!) hat erstmals in die Politik eingegriffen und die Zukunft gestaltet!

Was bewegt die Jugend heute?
Elisabeth Gaber, Krems, 15 Jahre
Mich stört vor allem die konsumorientierte Idealisierung der Welt durch die Medien. Es wird das Bild einer heilen, perfekten Welt vermittelt. Wollen wir dazugehören, so müssen wir einem irrealen Ideal nacheifern. Dagegen lohnt es sich zu kämpfen. Dazu möchte ich ein Jugendmagazin produzieren, das sich von den anderen abhebt, und andere Werte vermittelt.

Lisa Huber, Herzogenburg, 16 Jahre
Für mich stellt die Polizeiwillkür in vielen Ländern ein großes Problem dar. Ohne Grund wird oft gewalttätig mit Menschen umgegangen, wie z.B. mit Angehörigen anderer Länder oder anderer Hautfarbe. Auf jeden Fall möchte ich mich für mehr Gerechtigkeit in diesem Punkt einsetzen. Ich fühle mich als Jugendliche aber oft machtlos.

Was bewegt Sie? Schreiben Sie uns Ihre Visionen einer bessere Welt.
redaktion@lebensart.at

Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe Dezember 2005

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