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Verkaufs-kampagne für die HPV-Impfung

12.06.2012:

Gebärmutterhalskrebs kann durch Human Papillomaviren verursacht werden. Seit 2006 werden zwei Impfstoffe angeboten. Mit einer neuen Kampagne setzen die Hersteller nun Frauen und Mädchen unter Druck.

Foto: Hui Buh/Photocase.com

Werbung kann Ihre Gesundheit gefährden

„Manchmal steht nur eine Impfung zwischen Leben und Tod.“ Das sind drastische Worte, mit denen der Auftritt der Impfstoffhersteller auf dem heimischen Markt begleitet wird. Das Netzwerk der österreichischen Frauengesundheitszentren spricht sich entschieden gegen diese Kampagne aus. Hersteller haben finanzielle Interessen. Frauen und Mädchen haben Interesse an ihrer Gesundheit – und daher an unabhängiger, sachlicher Information als Grundlage ihrer Entscheidung für oder gegen die Impfung. Kampagnen von Herstellern mit tendenziösen Aussagen und angstmachender (Bild-)Sprache können zu Entscheidungen führen, die auf Furcht und Schuldgefühlen von Frauen und Müttern basieren.

Die Kampagne stellt einen Nutzen der Impfung in den Vordergrund. Wirkung und möglicher Schaden werden nicht angemessen dargestellt. Mittels Website, Broschüren und Briefen an ÄrztInnen unterläuft diese Kampagne das Werbeverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel, zu denen auch Impfstoffe zählen. In Beratungen erzählen viele Frauen den Mitarbeiterinnen der österreichischen Frauengesundheitszentren, dass sie Druck wahrnehmen, sich impfen zu lassen. Häufig fühlen sie sich aber unzureichend aufgeklärt.

Das Netzwerk österreichischer Frauengesundheitszentren fordert daher unabhängige, wissensbasierte und verständliche Informationen für Frauen und Mädchen

• über die Entwicklung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals,
• zu Übertragungsmöglichkeiten von HPV-Infektionen und Präventionsmöglichkeiten (Schutz),
• über Krebsfrüherkennung mittels PAP-Abstrich im Rahmen der Vorsorge neu,
• darüber, dass die Früherkennung mittels PAP-Abstrich auch nach einer HPV-Impfung regelmäßig durchgeführt werden sollte,
• zu der Wahrscheinlichkeit an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken in absoluten Zahlen und im Vergleich zu anderen Erkrankungen, die eine realistische Einschätzung des eigenen Risikos ermöglichen.
• Zudem fordert das Netzwerk österreichischer Frauengesundheitszentren eine gesetzliche Verpflichtung der Hersteller zur systematischen Dokumentation aller HPV-Impfungen (Post Marketing Surveillance). Durch diese Maßnahme wäre es möglich, langfristig Wirkung und Schaden von HPV-Impfungen konkret zu benennen und realistisch einzuschätzen.


Fakten rund um HPV

Wie viele Frauen erkranken in Österreich an Gebärmutterhalskrebs?
Die Anzahl der Frauen, die jährlich an Gebärmutterhalskrebs erkranken, ging in Österreich in den letzten beiden Jahrzehnten von rund 800 auf knapp 400 zurück. Das Risiko für eine Frau, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, liegt seit 1996 unter 1 Prozent (1 von 100 Frauen, die das 75. Lebensjahr erreicht haben, erkranken).
Die Sterblichkeit ging ebenfalls zurück. Im Jahr 2009 verstarben 141 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Im Jahr 1996 waren es 182 Frauen.

Ursache von Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs wird durch Humane Papillomviren (HPV, HP-Viren) verursacht. Von den bis heute etwa 100 bekannten HPV-Typen können mindestens 13 Gebärmutterhalskrebs auslösen. Dabei werden die Typen 16 bis 18 für 70 Prozent dieser Krebserkrankungen verantwortlich gemacht.

Gegen welche Human Papillomviren wirkt die Impfung?
Seit 2006 gibt es einen Impfstoff gegen die Virustypen HPV 16 und 18, 6 und 11. Ein zweiter Impfstoff wirkt gegen HPV 16 und 18.


Informationen zu der HPV – Impfung
Seriöse, wissensbasierte und unabhängige Information zum möglichen Nutzen und Schaden, der Wirkungsdauer, offenen Fragen sowie Hilfen zur Entscheidungsfindung von Frauen, Müttern und Mädchen finden Sie unter:


Netzwerk österreichischer Frauengesundheitszentren: www.fgz.co.at/Netzwerk-Frauengesundheitszentren-OEsterreich.89.0.html


 

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