Wasser sparen mit neuer Technologie
05.07.2010: Modernste Wasserspar-Technologien helfen Geld zu sparen und Ressourcen zu schonen. Doch macht Wasser sparen bei uns wirklich Sinn?
Perlatoren in den Auslasshähnen reduzieren den Durchfluss durch Beimengung von Luft auf 6 bis 8 Liter pro Minute und sparen bis zu 50 Prozent Wasser.
Während weltweit 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, schwelgen wir im Luxus unerschöpflicher Trinkwasservorräte.
Pro Jahr fallen in Österreich 1.200 Millimeter Niederschlag.
Die daraus verfügbare Wassermenge beträgt unvorstellbare 84 Milliarden Kubikmeter. Der gesamte Wasserbedarf in Österreich liegt bei derzeit 2,6 Milliarden Kubikmeter, das sind etwa 3 Prozent des gesamten Angebotes. Der überwiegende Rest fließt oberflächlich ab. Tatsächlich als Trinkwasser fließen jährlich 0,7 Milliarden Kubikmeter in die Leitungen der österreichischen Haushalte. Das entspricht ungefähr dem Volumen des Wolfgangsees. Österreich ist das einzige Land der Erde, wo die Trinkwasserversorgung zu 100 Prozent aus Grund- und Quellwasser erfolgt. 1,7 Milliarden wandern als Brauchwasser in die Industrie und nur 200 Millionen Kubikmeter finden den Weg auf unsere Felder. Die gesamte Wasserversorgung in Österreich kommt also mit rund 25 Kubikmeter pro Sekunde aus. Die Donau führt bei mittlerem Wasserstand etwa 1.500 Kubikmeter pro Sekunde.
Unser Land ist in puncto Wasser begünstigt
Schon ein Blick über die Grenzen zeigt die Schwierigkeiten, mit denen andere zu kämpfen haben. Beim Nachbarn Deutschland etwa beruht die Wasserversorgung lediglich zu 70 Prozent auf Grundwasser. Fast ein Drittel stammt aus Oberflächengewässern wie Seen und Flüsse. Damit potenzieren sich auch die Probleme, die in der Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser auftreten können. Der Bodensee, drittgrößter Binnensee Europas, liefert das Trinkwasser für 4,5 Millionen Menschen in Deutschland und der Schweiz. Sündteure Sanierungsmaßnahmen haben in den letzten Jahrzehnten dem See beinahe Trinkwasserqualität beschert.
Mit Regenwasser kann ein weiteres Drittel des Wasserbedarfes gedeckt werden. Damit können WC-Spülung, Waschmaschine und Garten versorgt werden.
Doch China ist weit, warum also Wasser sparen in Österreich?
DI Franz Dinhobl von der evn wasser ist Geschäftsführer von einem der größten österreichischen Wasserversorger. Er sieht das Thema Wasser sparen bei uns differenziert. Als Menschen schalten wir uns in den globalen Wasserkreislauf ein und gebrauchen Wasser. Wir geben es verunreinigt der Natur wieder zurück. Es geht dabei im Prinzip kein Tropfen verloren. In Österreich sind nicht der Mangel an Wasser, sondern zumeist Mängel in der Qualität die Beweggründe für den Ruf nach Wassersparen. Wasser sparen ist für mich der intelligente und sinnvolle Umgang mit Trinkwasser.
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