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SERI-Studie: Klimaziele sind nicht erreichbar

15.06.2010:

Kann Österreich die aktuellen energie- und klimapolitischen Ziele bis 2020 erreichen? Tiefgreifende Verhaltensänderungen bergen das meiste Potenzial.

Foto: DENA/Deutsche Energie Agentur

Das Forschungsinstitut SERI untersuchte mit seinen Partnern, wie die notwendige Umorientierung des österreichischen Energiekonsums aussehen kann, und analysierte die sich daraus ergebenden volkswirtschaftlichen Effekte. Dazu wurden verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Schwerpunkten – Ausbau der erneuerbaren Energie, Effizienzsteigerungen und Verbrauchsreduktion durch Verhaltensänderungen – entwickelt. Die Untersuchung erfolge im Rahmen des Projektes e-co, im Auftrag des Klima- und Energiefonds.

Das Ergebnis ist ernüchternd
Nur in einem einzigen Szenario wird bis zum Jahr 2020 ein Anteil von 34 Prozent erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch realisiert. Die CO2- Emissionen können in keinem einzigen Szenario auf den Stand von 1990 (62,08 Mio. Tonnen CO2) gesenkt werden – das Kyoto-Ziel liegt sogar darunter. Immerhin: Eine nachhaltige Energiewende wirkt sich positiv auf Bruttoinlandsprodukt und Beschäftigungszahlen aus.

Die modellierten Szenarien berücksichtigen alle drei Eckpfeiler der Umorientierung des Energiekonsums in Richtung Nachhaltigkeit gleichermaßen:

  • die Substitution von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energieträger („Wir nutzen die richtige Energie!“)
  • die Erhöhung der Energieeffizienz („Wir nutzen Energie richtig!“) sowie
  • eine Reduktion des absoluten Energieverbrauchs durch Verhaltensänderungen („Wir nutzen Energie bewusst!“).

„Wir nutzen die richtige Energie bewusst richtig!“
Das Integrationsszenario, in dem alle drei Schwerpunkt-Szenarien vereint werden, weist insgesamt das stärkste Wirtschaftswachstum bei steigender Beschäftigung auf. Es kann als einziges Szenario das 34%-Ziel realisieren, mit einem CO2-Verbrauch von 67 Mio. Tonnen wird aber der CO2-Zielwert auch hier klar verfehlt.

Größter Einspareffekt durch Verhaltensänderungen
„Den größten Einsparungseffekt bringen tiefgreifende Verhaltensänderungen. Das Potenzial des Ausbaus von erneuerbarer Energie und der Erhöhung der Energieeffizienz reicht dagegen nicht aus, um die notwendige Energiewende herbeizuführen“, fasst Projektleiter Friedrich Hinterberger zusammen. Vor allem bei Effizienzsteigerungen wirkt sich der sogenannte Rebound-Effekt negativ aus: So nimmt der Energieverbrauch – etwa bei Haushaltsgeräten oder beim individuellen Verkehr – trotz verbesserter Effizienz in diesen Bereichen seit Jahren kontinuierlich zu.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Verhaltensänderungen in den nächsten Jahren zu einer nachhaltigen Energiewende führen, ist allerdings eher gering. „Technische Maßnahmen werden eher akzeptiert als Verhaltensmaßnahmen. Am wenigsten werden Änderungen im Bereich des Konsumverhaltens akzeptiert. Und: Energie wird vor allem gespart, um Kosten zu reduzieren, selten aus Umweltschutzgründen“, berichtet SERI-Wissenschaftlerin Lisa Bohunovsky.

Ein gesteigertes Energiebewusstsein der Bevölkerung ist unumgänglich, um eine Energiewende zu initiieren.
„Politische Maßnahmen sollten auf Verkehr und Wohnen fokussieren. Mobilität ist der am schnellsten wachsende und energieintensivste Sektor. Der individuelle Verkehr darf nicht mehr länger ein Tabuthema für die Politik sein“, fordert Bohunovsky. Im Bereich Wohnen sind Maßnahmen notwendig, die zu einem Umdenken der Bevölkerung in Hinblick auf die gewünschte Wohnform führen: ein Attraktivierung verdichteter Wohnformen sowie eine Verteuerung vom Wohnen im Grünen.

Beschreibung der einzelnen Szenarien

drucker  email  Kommentieren (4) Kommentare

Siegmund Appl, N-E-T  am 14.07.2010 01:23:41

Teil 4

- Solarthermie für Privathaushalte bzw. verstärkter Einsatz von speziellen Wärmepumpen und Pufferspeichern zur Effizienzsteigerung bestehender Systeme (Effizienzsteigerungen um 50 bis 70 % sind dadurch selbst bei alten Ölheizungen möglich und damit sowohl Kosten- als auch CO2-Reduktion)
- bei Neubauten Pflichtvorlage einer CO2-Analyse für Projekte ab einer Fläche von 1.000 m? für Entsorgung und Anlieferung und Verwendung von Materialien
- bei Neubauten Straf-Abgabe, wenn die Gebäudekosten inkl. Energie- und Betriebskosten und damit verbundenen Verbräuche von Ressourcen (Wärme, Kälte, Strom, Wasser) in 20 Jahren mehr als x % der Errichtungskosten ausmachen (dzt. sind die Gesamtkosten eines Gebäudes tlw. 3 bis 4mal so hoch als die Errichtungskosten, obwohl das reduziert werden könnte, würde bei der Errichtung etwas mehr Geld für Energie- und Ressourcensparende (also inkl. Wasser) Maßnahmen ausgegeben

Auch für Förderungen muss das Geld wo herkommen. Mögliche Quellen sind verstärkte Staatseinnahmen aufgrund von mehr Arbeit und mehr Erfolg von Firmen, die Produkte, Dienstleistungen anbieten, mit denen diese Ziele/Aktivitäten erreicht werden als auch eine mögliche Transaktionsabgabe auf reinen Geldverkehr (wie mittlerweile von vielen Experten gefordert).

Der Verbund vieler Maßnahmen wird zum Ziel führen. Dazu ist noch hilfreich, die Landwirtschaft und das Biomassethema in der Dominanz zu reduzieren oder detto auch bei der Sonnenenergie-Nutzung und andere Maßnahmen zu unterstützen bzw. als gleichwertig zu betrachten, wenn sie dokumentier- und messbar eine Effizienzsteigerung bewirken (inkl. die Kälteenergie).

Ich bin geneigt abzuschließen mit den Worten: "Miesmacher-Studien" sollten wir künftig vollends ignorieren. Ein "Geht nicht!" muss ausgetauscht werden auf ein "Wie oder was müssen wir tun, DAMIT es funktioniert/passt/geht?".

Siegmund Appl, N-E-T  am 14.07.2010 01:23:20

Teil 3

- Benchmarking in der Beherbergung (Festlegung eines offensiv berechneten maximal zulässigen Gesamtwertes an z.B. Energie als auch Wasserverbrauch; als Beispiel: würden sämtliche Beherbergungsbetriebe Österreichs dem zahlreichen Beispiel anderer Beherberger folgen, die bereits höchst zufriedene Kunden von uns sind, wäre die Kosteneinsparung höher als das Marketing-Jahresbudgets der Österreich-Werbung und gleichzeitig würden zwischen 30.000 und 46.000 tonnen CO2 jährlich eingespart (je nach Energieträger, der zur Warmwasseraufbereitung verwendet wird)
- Änderung der "Legionellen-Norm", die derzeit vorschreibt, dass im "Kontaminationsfall" durch Aufheizen und minutenlangem Spülen mittels heissem Wasser das Leitungssystem saniert wird, obwohl es nachhaltigere Methoden gibt
- verpflichtender Einbau von Ventilen in allen privaten wie professionell genutzten Gebäuden, welche über einen (Kaltluft- oder Druck-)Sensor erfassen, ob das Fenster gekippt ist und wenn das Fenster gekippt ist, dass dann eine Unterbrechung der Heizung über das Heizkörperventil erfolgt (somit wird keine Heizenergie unnötig vergeudet)
- Unterstützung von Forschungsprojekten, welche als Ziel die Nutzung von Infrarot-Wärmestrahlung zur Raumerwärmung mit (im Gegensatz zu heute) gleichzeitig geringen Anschlusswerten ermöglicht (damit würde vermieden, dass durch Lüftungsvorgänge die erwärmte Luft entweicht, weil die Raummasse als Wärmepuffer genutzt wird)

Siegmund Appl, N-E-T  am 14.07.2010 01:22:36

...

- Windenergieanlagen, die auf Basis Vertikalrotoren arbeiten (lt. Experten effizienter und wartungsärmer als die "3-Flügel-Rotoren")
- Photovoltaik, sofern mit nachweislich langlebigen und hoch effektiven PV-Modulen erfolgt
- Klein(st)-Wasserkraftwerke auf Basis Wirbeltechnologie
- Klein(st)-BHKW für Biogas, sofern das Biogas zu 100 % aus biogenen Abfällen oder aus (zumindest nahezu) chemie-/düngerfreiem Anbau in Zwischenfrucht-Zeiten stammt
- Biomasse, sofern dazu vorhandene Biomasse genutzt werden.
Bei Biomasse und Biogas gilt, dass keine "Lebensmittelanbauflächen" dazu verwendet werden dürfen, damit Biomasse angebaut werden kann oder Biogas Rohmaterial bekommt.
- Nutzung von professioneller LED-Technologie zur Beleuchtung von Gebäude-Außenhüllen (z.B. Firmengebäude, öffentliche Gebäude) oder Straßenzügen
- Fixierung des zulässigen Wasserverbrauches bei Duschköpfen auf 9 l pro Minute und bei Waschtischarmaturen auf 6 l pro Minute

Siegmund Appl, N-E-T  am 14.07.2010 01:20:58

Und wieder wird gesagt, wie es nicht geht.

Dabei wäre viel wichtiger, zu kommunizieren, wie es doch geht.
In dieser Studie wird, wie auch im Artikel ausgedrückt, klargestellt, dass es keinen Weg gibt, um das Kyoto-Ziel zu erreichen. Demnach drücken die Studienverfasser aus, dass diejenige, die das Kyoto-Abkommen seitens der Politik und Fachleute unterfertigt haben, inkompetent waren und ihre damalige Handlungsfähigkeit nicht gegeben war. Das will ich mal nicht unterstellen.
Ich habe keine Studie angefertigt, weil mir leider die Finanzmittel dazu fehlen. Dennoch bin ich zutiefst davon überzeugt, dass unter anderem folgende Szenarien/Beiträge als Maßnahmen mehr als möglich wären:
- Weiterförderung der Maßnahme zur thermischen Sanierung von Gebäudehüllen
- Verpflichtender Einbau von Raumkühlung im sozialen Wohnbau als auch bei betrieblichen Neubauten bei sämtlichen Neuprojekten; ohne Kühlung keine Förderung (vielleicht sogar keine Baubewilligung), denn in Zeiten der Klimaerwärmung wird (und die Absatzzahlen belegen das auch) Kühlung immer wichtiger und Kälteenergie ist (gegenüber der Wärme) die teurere Energie -> Gewinnung und Betrieb dieser Kühlung über oberflächennahe Erdwärmesonden (wie wir sie bereits für Kältebedarf ab 500 kW) anbieten); dabei Nutzung der Erdmasse als Puffer für Wärme und Kälte; somit Vermeidung der (bei reiner Erwärmenutzung üblichen) Bodenauskühlung bei gleichzeitiger Sicherstellung der langfristigen Verfügbarkeit von CO2-freier Wärme- und Kälte - somit auch Unterstützung der Energieautarkie für Wärme und Kälte für Büro-/Firmen-/öffentliche Gebäude oder Handels-/Fachmarkt-/Einkaufszentren und größeren Bürogebäuden; der dazu für die Wärmepumpen (mit in diesem Zusammenhang Arbeitszahlen weit jenseits von 4) nötige Strom wird gewonnen mittels