LEBENSART BLOG

DIE AKTUELLE FRAGE

Entspannen, Abenteuer oder Fernreise: Welchen Urlaub planen Sie heuer?
 

mehr

Schreckgespenster zu Halloween

18.10.2009:

Gedanken zum Spektakel rund um Halloween, von Christian Brandstätter

Die Kelten haben Ende Oktober den Sommer verabschiedet, die Kirche hat daraus ein Fest zum Gedenken an die Verstorbenen gemacht. Aus dem Vorabend zu Allerheiligen wurde „Allhallows Evening“ - Halloween. Irische Auswanderer nahmen die Bräuche mit in die USA. Dort entdeckte die Wirtschaft, dass sich damit Geld verdienen lässt, womit der ganze Trubel wieder nach Europa zurückgekehrt ist.

So ziehen auch bei uns in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November Gruppen maskierter Kinder von Tür zu Tür und fordern unmissverständlich: „Süßes oder Saures“ – entweder du rückst sofort Zuckerl oder Schokolade heraus, oder wir spielen dir einen Streich. Wehe, wer sich nicht rechtzeitig mit Süßigkeiten eingedeckt hat.

Die Wirtschaft freut das Treiben, setzt sie damit doch knapp 20 Millionen Euro um. Neben den Naschereien gehen jede Menge Dekorationsmaterialien und gruselige Kostüme über den Ladentisch. Die Gastronomie lädt zu Halloween-Partys.

Ich will kein Spaßverderber sein, aber mir geht dieses Treiben gehörig auf den Keks. Hat sich schon einmal jemand gefragt, was denn der pädagogische Wert daran ist, wenn Kinder bedrohlich maskiert von Haus zu Haus zu ziehen. Dass man mit Erpressung zum Erfolg kommt? Dass es hilfreich ist, sein Gegenüber unter Druck zu setzen, um maximalen Profit herauszuschlagen?

Ist ja nur ein Brauch, werden sie sagen. Auf „Brauche“, die von Interessensgruppen der Wirtschaft und der Medien inszeniert werden, um den Absatz ungesunder und sinnloser Produkte zu fördern, kann ich gerne verzichten.

Übrigens: Zwischen Weihnachten und Dreikönig ziehen ebenfalls maskierte Kinder von Haus zu Haus. Sie sammeln für benachteiligte Kinder und setzen ein eindrucksvolles Zeichen einer weltweiten Solidarität. Sie sind jedes Jahr herzlich willkommen und werden großzügig mit einer Spende bedacht.

drucker  email  Kommentieren (1) Kommentar

Maggie Haslinger-Maierhofer  am 15.02.2010 22:23:49

Halloween

Ich halte von diesem Brauch auch nichts. Trotzdem erlaube ich meiner Tochter jährlich den Besuch bei einer befreundeten Familie, zum Zwecke des Grätzelwanderns und Naschereien einsammeln. Wie ich die Mädels kenne, ist weder die Kleidung bedrohlich oder angsteinflößend, noch kommt Ihre Forderung nach Süßem erpresserisch rüber. Wer nichts geben mag, wird auch nicht bestraft, somit ähnelt Halloween, so wie`s viele Kinder betreiben, fast schon dem guten alten österlichen Eiersammeln. Aber wie gesagt, ich könnte auch gerne darauf verzichten, meide sämtliche Halloween-Shopping-Nächte in unserer Kleinstadt, möchte es meiner Tochter jedoch nicht verbieten. Wäre aber eine gute Idee, das Sammeln mit einem caritativen Zweck zu verbinden (Sternsingen)....