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Schmutzige Blumengrüße

14.02.2011:

Die Blumenproduktion in Afrika geht mit einer hohen Pestizidbelastung und Übernutzung der Böden einher

Foto: Hartmut Jungius/WWF-Canon

Der WWF warnt vor den ökologischen Auswirkungen des unkontrollierten Wachstums von Kenias Schnittblumen-Industrie. Jedes Jahr werden in der Region des Naivasha-Sees über 60.000 Tonnen Schnittblumen, vornehmlich für den europäischen und daher auch für den österreichischen Markt, in bewässerten Systemen angebaut. Seit 1995 hat sich die Produktion damit mehr als verdreifacht.

“Ein solch enormer Zuwachs ist aufgrund der dafür beanspruchten Wassermenge nicht ohne Risiken für das empfindliche Ökosystem”, warnt Martin Geiger, Wasserexperte des WWF. Einer aktuellen WWF-Studie zufolge könnte das Ökosystem des Naivasha-Sees durch Pestizid-Einträge, Übernutzung und ausbleibende Niederschläge in Folge des Klimawandels dauerhaft geschädigt werden.

“Für die Region, deren relativer Wohlstand beinahe ausschließlich auf der Agrarproduktion beruht, wäre es ein ökonomischer Super-Gau, sollten die Süßwasservorkommen versiegen”, warnt Geiger. Nur nachhaltige Anbaumethoden garantieren den langfristigen Erfolg und schonen zugleich die Wasserressourcen, die nicht nur für die Menschen vor Ort sondern auch für das Überleben von Tierarten wie Giraffe, Gnu und Leopard von entscheidender Bedeutung sind.

Auch in Uganda ist die Blumenproduktion problematisch
Die Europäische Kampagne “Fair Flowers – Mit Blumen für Menschenrechte” macht in einer Studie auf die Folgen des Pestizideinsatzes in der Ugandischen Blumenproduktion für den Export nach Europa aufmerksam: Die ArbeiterInnen kommen in allen Produktionsschritten mit Pestiziden in Kontakt. Fehlende oder mangelhafte Schutzkleidung, geringes Wissen über den korrekten Einsatz und das gemeinsame Waschen der Arbeits- mit der privaten Kleidung führen zu Atembeschwerden, Hautausschlägen und Unfruchtbarkeit. „Die EigentümerInnen der Farmen ignorieren Standards für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz“, erläutert Sophie Veßel, Koordinatorin der Kampagne bei FIAN Österreich.

Blumen mit dem FLP- oder FAIRTRADE-Gütesiegel kaufen
Aufgrund der alarmierenden Ergebnisse fordert die Kampagne strengere Kontrollen von Pestizidrückständen auf Blumen, die von der Europäischen Union importiert werden, wie auch die verpflichtende Kennzeichnung des Ursprungslandes. Weiters sollen öffentliche Institutionen, BlumenhändlerInnen wie auch KonsumentInnen nur Blumen kaufen, die sozial- und umweltgerecht produziert wurden. „Eine steigende Nachfrage nach fair gehandelten Blumen der Gütesiegel Flower Label Program (FLP) und FAIRTRADE kann den Druck auf die EigentümerInnen der ugandischen Blumenfarmen erhöhen und sie zu einer Zertifizierung bewegen“, sagt Sophie Veßel.

Verschiedene Schnittblumensorten des Gütesiegels Flower Label Program (FLP) sind bei GroßhändlerInnen und bei rund 90 österreichischen FloristInnen erhältlich, Rosen mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel werden in österreichischen Supermärkten und Floristikfachgeschäften angeboten.

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