NACHHALTIG REISEN
www.nachhaltig-reisen.at

Foto: Leiserberge

Ferientipps für Kinder
Natur- und Abenteuerwochen, Feriencamps & Erlebnistage, lange Nächte und Naturparkfeste.
 

mehr

LEBENSART BLOG

Ich lass das jetzt so

Michaela Grininger

Mehr können Sie für Ihre Umwelt nicht tun

Christian Brandstätter

Gregor Sieböck: unendlich jetzt!

Unterwegs für Umwelt und Soziales

DIE AKTUELLE FRAGE

Gehen Sie gerne in die Berge? Verraten Sie uns Ihre Lieblingsroute
 

mehr

Rio+20 muss Wasser,Nahrung und Energie für alle bis 2030 garantieren

11.06.2012:

WWF: Ökologische Vollkostenrechnung für Länder und Unternehmen

rio_amazonas_wwf_michel_roggo

Auf der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro vom 20. bis 22. Juni müssen die Staats- und Regierungschefs der Welt garantieren, dass alle Menschen genügend sauberes Wasser haben und ausreichend Nahrung und Zugang zu Energie bis 2030 bekommen. Das sind die zentralen Forderungen des WWF für Rio+20, der eine gleichzeitige nachhaltige Entwicklung für möglich und notwendig hält. „Die Entscheidungen, die in Rio getroffen werden, können den globalen Umweltschutz für die nächsten Jahrzehnte beeinflussen. Auch wenn nach dem Erdgipfel 1992 in Rio epochale internationale Vereinbarungen zustande kamen, hinken wir bei den Lösungen für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen 20 Jahre später noch weit hinterher“, so WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.

Die Finanzkrise der letzten Jahre hat in relativ kurzer Zeit gezeigt, wie sich ein schlechtes Management des Finanzkapitals zu einer weltweiten Krise auswirken kann. Die Finanzkrise kann eine Chance für den Neubeginn eines nachhaltigen Managements unseres Naturkapitals sein, so der WWF. Nahrung, Wasser und die Energieversorgung sind die Grundelemente unserer Existenz, die alle miteinander verwoben sind. Der 2012 veröffentlichte Living Planet Report des WWF zeigt die Zusammenhänge und daher fordert die Umweltorganisation eine ganzheitliche Lösung für unseren Planeten.

Derzeit haben 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Anlagen. Eine Milliarde Menschen sind unterernährt und 1,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu modernen Formen von Energie. Die Nachfrage nach Wasser, Nahrung und Energie wird weiter steigen, während sich der Klimawandel verschlimmert und die Bevölkerungszahl des Planeten steigt. Bis 2030 wird die Welt 50 Prozent mehr Nahrung und Energie und 30 Prozent mehr Wasser brauchen, berechnete der WWF. „Um diese Herausforderungen zu bewältigen muss unser natürliches Kapital, die Ökosysteme und die Artenvielfalt erhalten werden“, so Aichberger. Der WWF fordert von der Konferenz in Rio klare Ziele und einen Zeitplan um bis 2030 alle Menschen mit genügend Nahrung, Wasser und Energie zu versorgen. Bis zu diesem Jahr soll 40 Prozent des globalen Energiebedarfs aus nachhaltigen erneuerbaren Energien kommen.

Um dieses Ziel zu erreichen schlägt der WWF vor das Naturkapital als Wert in die wirtschaftliche Entwicklung in Form einer Vollkostenrechnung einzukalkulieren. Für die Internalisierung dieser externen Umweltkosten braucht es weltweit einheitliche, vergleichbare sowie klare, transparente und messbare Indikatoren. Diese sollen sowohl für die Volkswirtschaften ganzer Länder wie auch in die Bilanzen von Unternehmen integriert werden. Alle Subventionen für umweltzerstörerische Wirtschaftsaktivitäten sollen bis 2020 abgeschafft werden. Dies soll besonders für die fossilen Energieträger und für die nicht nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei gelten. Der WWF verlangt dafür einen transparenten Fahrplan und jährliche Berichterstattung der Länder. Umgekehrt braucht es Steueranreize und globale Zertifizierungssysteme für ökologisches Wirtschaften. Für weltweit gültige nachhaltige Entwicklungsziele unterstützt der WWF die Einrichtung einer UN-Umweltorganisation, die Einführung eines Rates für nachhaltige Entwicklung und den dauerhaften völkerrechtlichen Schutz der Meere auf Hoher See.
 

Attac kritisiert den vorgelegten Ansatz der Green Economy

Von heute bis zum 22. Juni findet in Rio de Janeiro die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung statt. 20 Jahre nach dem Erdgifpel in Rio 1992 hat sich die Zerstörung der Natur beschleunigt, die soziale Ungleichheit vergrößert und die aktuelle Finanz-, Wirtschafts-, Klima-, Ökologie und Sozialkrise bedroht die Demokratie.

Green Economy ist ein „Weiter wie bisher“ in Grün

Die Regierungen der UN-Mitgliedsstaaten wollen in Rio unter dem Titel „Die Zukunft die wir wollen“ die „Green Economy“ als Lösung der ökologischen und sozialen Krise präsentieren. Mehr Investitionen in grüne Technologien und die monetäre Bewertung der Natur sind Kernelemente dieses Ansatzes. Im Namen der Erhaltung der Biodiversität und der Regulierung des Klimas sollen alle Funktionen der Natur einen Preis erhalten – denn nur dadurch sei es möglich Pflanzen, Tiere und Ökosysteme zu erhalten. Diese Inwertsetzung erfordert, dass Natur zerlegt und in „Ökosystemdienstleistungen“ definiert wird, um diese zu monetarisieren und letztlich handelbar zu machen. Die Definition neuer Eigentumsrechte für Naturgüter und die Entstehung bzw. Entwicklung von neuen Märkten und Finanzinstrumenten (die man dann „innovative Finanzprodukte“ nennt) ist die logische Konsequenz dieses Ansatzes. „Wir stehen vor einer neuen Etappe der Inwertsetzung, Kommodifizierung und Finanzialisierung der Natur und ihrer Funktionen in ungeahntem Ausmaß.

Was sich hinter der „Grünen Wirtschaft“ verbirgt, dient einzig und allein dem Profitinteresse all jener, die derzeit nach neuen Anlagemöglichkeiten suchen. „Die Eindämmung des Klimawandels, eine Verringerung des zu hohen Ressourcenverbrauchs oder der Schutz der Biodiversität werden damit sicher nicht erreicht. Im Gegenteil, all das wird mit dieser Grünen Wirtschaft noch verschärft“, meint Alexandra Strickner, Obfrau von Attac Österreich.

„Wie viele andere aktuelle Antworten auf die Finanzkrise seitens der Regierungen ist dies ein weiterer Versuch, politische Maßnahmen, die uns in die Krise geführt haben, nun als Krisenlösung zu verkaufen. Das Scheitern von Marktmechanismen zum „Schutz“ der Umwelt haben wir nirgendwo deutlicher gesehen als beim Emissionshandel. Die Profite, die Emissionen, die Korruption und die Spekulation steigen immer weiter, während die ärmsten Menschen die sozialen, ökologischen und letztlich auch finanziellen Kosten zahlen müssen. Diese Grüne Wirtschaft ist die Ausweitung des neoliberalen kapitalistischen Politik- und Produktionsmodells auf die gesamte Natur. Dabei geht es zentral um den Zugang zu Ressourcen: Es gibt einen immer heftiger werdenden Kampf um Land, Wasser, Flüsse, Saatgut oder Wald“ kritisiert Franziskus Forster von AgrarAttac.
„Weltweit sind es heute vielfach zuallererst Kleinbauern und -bäuerinnen sowie Indigene, die die negativen Auswirkungen spüren. Wenn in Rio nun weitere Enteignungen und Instrumente im Interesse großer Konzerne beschlossen werden, dann werden wir weitere Jahrzehnte verlieren und die Vielfachkrisen weiter verschärfen. Widerstand ist deshalb jetzt mehr denn je notwendig!“, so Forster.

Anderes Wirtschaften statt Green Economy

„Was wir brauchen sind tatsächlich nachhaltige Antworten auf die Krise, die an deren Ursachen ansetzen. Und das heißt letztlich, die derzeit dominante Art und Weise wie wir produzieren, konsumieren und wie wir leben zu verändern“, so Alexandra Strickner. Die Gesellschaften der Zukunft sind sozial gerecht und ökologisch nachhaltig; Wirtschaftswachstum ist durch ein gutes Leben für alle ersetzt, Arbeit hat einen neuen Wert und Inhalt und ist gerecht verteilt. Es gibt bereits eine Reihe von Ansätzen dazu, etwa die Wiederaneignung und demokratische Kontrolle bzw. Verwaltung von Gemeingütern (Land, Wasser, Saatgut, Wälder, Wissen etc.), Ernährungssouveräntität, die demokratische Transformation der Energieproduktion (z. B. energieautonome Gemeinden auf der Basis von sicheren, erneuerbaren Energien für alle), die Förderung lokaler Wirtschaftskreisläufe und die Re-Orientierung der Wirtschaft auf die tatsächlichen Bedürfnisse aller Menschen. Daneben braucht es ein gemeinwohlorientiertes und demokratisch kontrolliertes Finanzsystem.

Attac zeigt  auf, was hinter den Vorschlägen der Regierungen steckt und präsentiert Lösungen, die an den Ursachen der Krisen ansetzen.

drucker  email  Kommentieren (0) Kommentare
ViaSacra