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Reparieren statt wegwerfen

02.02.2010:

Zuerst hat die Waschmaschine noch fröhlich vor sich hin geschleudert, aber jetzt ist’s aus. Nichts geht mehr. Früher hätte ich in einem solchen Fall lang im Telefonbuch geblättert und mich dann schwer entscheiden können, welcher Firma ich den Fall anvertraue. Doch seit es ReparaturNetzwerke gibt, ist alles einfach!

Foto: Pirkner/die umweltberatung
Alte Dinge liegen im Trend: Wurlitzer oder Nostalgieradios werden wieder in Stand gesetzt und der Plattenspieler erlebt eine Renaissance. Möbel aus den 70er Jahren werden entstaubt, repariert und bekommen den besten Platz im Wohnzimmer.

Ob der Gasofen  unheimliche Geräusche von sich gibt oder der Zippverschluss des Tramperrucksacks die lange Abenteuerreise nicht unbeschadet überstanden hat: Wer ein Reparaturnetzwerk in seiner Nähe hat, findet leicht Betriebe, die alltägliche Schäden wieder in Ordnung bringen.

Die Mitglieder des Reparaturnetzwerkes sind auf das Reparieren spezialisiert, nicht auf den Verkauf. Sie raten nur bei tatsächlich irreparablen Schäden oder Unwirtschaftlichkeit zum Kauf eines neuen Produktes. Die Betriebe arbeiten zusammen und tauschen Know-how aus, das vereinfacht die Reparatur und kommt den Kunden zugute. Die Abholung und Zustellung durch das Demontage- und Recycling-Zentrum D.R.Z ist bei diesem Service auch außerhalb der Geschäftsöffnungszeiten möglich.

Im Projekt RepaNet sind Netzwerke in Liezen, Graz und Ried im Innkreis entstanden. Das Angebot in Liezen ist ähnlich breit gefächert wie in Wien. Ob Heizungen, Möbel, Fußböden, Lederwaren, EDV, Gartengeräte, Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik – beinah alles wird in den Netzwerken repariert.

Moderner Trend oder alte Gewohnheit?
Die KundInnen entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen für eine Reparatur: Für manche Menschen ist es einfach selbstverständlich, dass Gegenstände möglichst lange in Verwendung bleiben und nichts weggeworfen wird. Andere lassen alte Dinge reparieren, weil sie wieder im Trend liegen.

Viele Leute lassen reparieren, um Geld zu sparen, andere weil sie an dem kaputten Gegenstand hängen. Auch dass das Lesen dicker Handbücher und langer Gebrauchsanleitungen mühsamer ist als das gewohnte Produkt weiter zu verwenden, ist ein guter Grund für eine Reparatur. Und schließlich sind da auch die ökologiebewegten Menschen – sie lassen reparieren, weil das die Abfallberge verringert und weniger Energie und Rohstoffe braucht als die Herstellung neuer Produkte.

Talente tauschen
Talentierte Menschen sind nicht unbedingt auf Reparaturbetriebe angewiesen und führen kleine, ungefährliche Reparaturen selbst durch. In Talente-Tauschkreisen bringt jeder Mensch das ein, was sie oder er gut kann. Hier rollt nicht der Rubel, sondern es kann zum Beispiel eine Reparaturstunde gegen eine Babysitterstunde getauscht werden. Diese Tauschkreise gibt es in vielen Regionen Österreichs, sie sind über Suchmaschinen im Internet leicht zu finden.

Autorin: Sabine Seidl

Infos:
Reparaturführer: www.reparaturfuehrer.at, ReparaturNetzwerk Liezen: www.repanet.at, ReparaturNetzwerk Wien, www.reparaturnetzwerk.at. "die umweltberatung" vermittelt unter 01/803 32 32-22 Reparaturbetriebe. 

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