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Renovieren Teil 6: Heizung - Der nächste Winter kommt bestimmt

19.05.2009:

Ein langer kalter Winter liegt hinter uns. Und jetzt auch noch das: Der Nachzahlungsbescheid vom Gasversorger. Heizöl und Gas waren in diesem Winter so teuer wie noch nie. Auch wenn die Sonne die Heizsaison endlich beendet hat - jetzt ist die Zeit, für den nächsten Winter vorzusorgen.

Mann unter Decke. Foto: fotolia.com/Julia lami
Der Umweltschutz ist in den seltensten Fällen das Argument für eine Sanierung. Erst wenn die Heizkosten weh tun, sind die Leute bereit, etwas zu verändern.

Wird ein Haus ordentlich gedämmt, ist der Grundstein für wesentlich niedrigere Heizkosten gelegt. Jetzt muss noch die Heizung an den geringen Energiebedarf angepasst werden. "Meist sind die Heizkessel schon im ungedämmten Haus viel zu groß dimensioniert," berichtet Umweltberater Ignaz Röster. "Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Winter rund um null Grad und der Heizkessel ist - um allen Eventualitäten vorzubeugen - oft auf minus 30 Grad ausgelegt. Wenn jetzt das gedämmte Haus noch viel weniger Energie braucht, passt das auf keinen Fall mehr zusammen."

 

"Bei einem effizienten Heizsystem sind Energiebedarf und Kesselgröße aufeinander abgestimmt."

Im Energieausweis wird die neue Heizlast eingetragen. Anhand dieser Daten und den langjährigen regionalen Temperaturwerten kann die erforerliche Größe des neuen Kessel bestimmt werden. Röster rät, möglichst knapp zu dimensionieren, "sonst wird der Kessel den Großteil des Winters auf Teillast betrieben und verursacht unnötige Verluste."

Wird ein Pufferspeicher dazwischen geschaltet, kann der Kessel größer sein und trotzdem mit optimalem Wirkungsgrad betrieben werden. Die überschüssige Energie wird in einem Wassertank zwischengelagert und von dort in die Heizkörper oder die Fußbodenheizung geschickt. Das ist allerdings nicht der einzige Vorteil. Begeistert erklärt Röster: "Mit einem entsprechend großen Speicher - so etwa 2.000 Liter aufwärts - kann das Haus relativ bequem mit Stückholz geheizt werden. Es kann durchaus sein, dass die Energie einer Pufferladung mehrere Tage ausreicht. Zum anderen lässt sich dieses System hervorragend mit einer größeren Solaranlage mit rund 20 m2 kombinieren. An sonnigen Tagen, vor allem in der Übergangszeit, wird das Wasser im Puffer von der Sonne geladen und ich muss nicht einheizen. Die Heizsaison verringert sich um bis zu zwei Monate und die Sonne sorgt auch für warmes Wasser im Sommer."

Apropos Solaranlage: Egal wie im Winter geheizt wird, im Sommer sollte der Heizkessel so oft wie möglich ausgeschaltet bleiben. Daher empfiehlt Röster für die Warmwasserbereitung im Sommer unbedingt eine Solaranlage zu installieren. Sechs bis acht m2 Quadratmeter Kollektorfläche schaffen es mühelos, der Sonne die Energie zum Duschen abzuringen. "Es ist absurd, an einem sonnigen Sommertag den ganzen Heizkessel hochzufahren nur um ein paar Liter Wasser zu wärmen."

Mit der Kombination aus Stückgutheizung, Pufferspeicher und Solaranlage sind die Heizkosten sehr niedrig. Röster: "Eine gute Dämmung vorausgesetzt lässt sich ein Einfamilienhaus inkl. Warmwasser mit 300 Euro im Jahr heizen."


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drucker  email  Kommentieren (1) Kommentar

harald kleinheinz  am 21.05.2009 12:11:03

architect

sehr geehrte damen/herrn,
gerne lesen wir als abbonnenten ihr magazin, muss jedoch eine kleine kritik zum oben gezeigten artikel anbringen. ich glaube, dass es durchaus an der zeit ist, den kachelofen (wird nur im magazin beschrieben) nicht immer nur als "zusätzliche heizmöglichkeit für die übergangszeit" darzustellen. ich realisiere seit 10 jahren häuser mit normalem niedrigernergiestandard, welche ausschliesslich mit einem kachelofen (mit oder ohne automatische steuerung) beheizt werden und prächtig funktionieren. heizkosten: €200,- für die gesamte heizperiode. kiss heisst das motto - keep it small and simple.
mehr lobby für die kleinen unternehmen (egal welcher branche) würde wahrscheinlich so manches klischee entzaubern, denn dass ein einfacher kachelofen unglaubliches leisten kann (nicht nur in bezug auf leistung sondern auch im sinne des umweltschutzes), wird jeder hafnerbetrieb bestätigen, auch ohne aufwendige technik. viele grüsse.