Renovieren Teil 2: Das Dach
Wer ein Haus baut, beginnt beim Fundament - wo sonst? Wer aber ein Haus saniert, sollte zuerst einen Blick auf das Dach und den Dachboden werfen. Meist schlummert dort das größte Potential zum Energiesparen.
"Oft kommen Leute zur Beratung, die das Dach erneuern möchten," berichtet Umweltberater Ignaz Röster aus der Praxis. "Ich sehe mir den Dachboden an. Wenn das Holz vom Dachstuhl und die Deckung im wesentlichen in Ordnung sind, es nicht reinregnet und auch kein Schnee reingeblasen wird, braucht das Dach nicht erneuert werden. Optisch schaut das Haus vielleicht mit einer Neudeckung schöner aus, aber energetisch wirkt sich diese Investition nicht aus."
Wird also der Dachboden nicht zu Wohnzwecken genutzt, braucht das Dach keine Dämmung. Röster: "Die oberste Geschoßdecke allerdings muss auf jeden Fall gedämmt werden. Das ist einfach, kostengünstig und spart jede Menge Heizenergie", rechnet Röster vor. "Die Investition von 3.000 bis 5.000 Euro, wo sich auch einiges selber machen lässt, rechnet sich bereits in wenigen Jahren."
Bei den älteren Häusern, bis etwa 1960, findet man meist eine Dippelbaumdecke. Das sind eng aneinander gereihte Bäume, die auf der Unterseite zum Wohnraum hin flach gehackt und nach oben abgerundet sind. Darauf eine Lehmschicht und Abdeckplatten. "Diese sind mit einem U-Wert von 0,5 bis 0,7 noch hervorragend im Vergleich zu den später eingebauten Beton- oder Ziegeldecken mit Aufbeton, deren U-Wert schon im Bereich von 2,0 liegt", lobt Röster die alte Zimmermannskunst. "Heute ist in diesem Bereich ein U-Wert von 0,15 gefragt. Das heißt, dass mindestens 20 cm, eher 30 cm Wärmedämmung auf die Decke aufgebracht werden müssen."
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Wie lebt sich's denn im Passivhaus?
Das Passivhaus ist im sozialen Wohnbau ange- kommen. Die Bewohner freuen sich über ein neues Wohngefühl. Manchmal allerdings will die richtige Nutzung erst gelernt werden - vor allem, wenn die Nutzer in erster Linie eine ganz normale Wohnung suchen und Energie sparen bestenfalls einen Nebenaspekt darstellt. Waldemar Wagner von der AEE Intec beschäftigt sich mit dem Monitoring von Passiv- häusern: "Isolierungsstärke und Winddichtheit sind kein Thema mehr, das beherrschen die Firmen heute. Der Schlüssel zu Zufriedenheit oder Problemen ist oft die Haustechnik." Negative Rückmeldungen gebe es fast nur, wo die Technik ins Extreme getrieben und nur einfachste Heiztechniksysteme eingesetzt werden. "Haustechniker können noch nicht auf Standardsysteme zurückgreifen", erklärt Wagner. "Derzeit setzen die Firmen Komponenten verschiedener Hersteller ein und bauen sie nach Gutdünken zusammen." So können sich natürlich leichter Fehler einschleichen.
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