Reif für den Pinsel
Geschafft! Das Haus ist fertig, jetzt geht's ans Gestalten, Farben kommen ins Spiel, Materialien, die Behaglichkeit schaffen: Wände und Böden.
Der Ziegel ist eine ideale Unterlage für einen ganz normalen Putz. Eine wichtige Aufgabe des Putzes ist die Regulierung der Feuchtigkeit. Heigl: "Überall, wo viel Feuchtigkeit anfällt, vor allem in der Küche und im Bad, sollte der Putz kurzfristig viel Feuchtigkeit aufnehmen und diese dann auch wieder rasch abgeben können. Lehm- und Kalkputze können das am Besten. Kalkputz bietet den zusätzlichen Vorteil, dass er aufgrund seines ph-Wertes gegen Schimmel vorbeugt."
Zu Vorsicht rät Heigl bei den weit verbreiteten Kalkzementputzen. Je höher der Anteil des Zementes ist, desto dichter wird der Putz und umso geringer ist der Feuchtigkeitsaustausch. Gipsputze nehmen Feuchtigkeit zwar sehr schnell auf, geben diese aber nur sehr langsam wieder ab. Dadurch bereiten sie ein Milieu auf, in dem Schimmel hervorragend wachsen kann. Heigl: "Bei einem älteren Haus mit Schimmelproblemen an Fensterlaibungen oder Zimmerecken hilft oft nur, den Gipsputz zu entfernen und durch einen Kalkputz zu ersetzen."
Unverständlich für Heigl ist die Art und Weise, wie wir unsere Bäder gestalten: "Die Fliesenverkäufer haben uns erfolgreich eingeredet, die Bäder bis zur Decke hinauf zuzupflastern. Sobald wir das Wasser aufdrehen rinnt nach wenigen Minuten überall das Wasser an den Wänden herunter und die Spiegel laufen an."
Wandfarben
Heigl: "Generell empfehle ich mineralische Farben. Da gibt es hervorragende Produkte. Kalkfarben etwa erhalten dem Mauerwerk seine Diffusionsfähigkeit und absorbieren Gerüche und Schadstoffe. Silikatfarben aus Wasserglas, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie extrem gut abbinden und sich auch auf Lehmputzen gut einsetzen lassen. Oder Kreide-Leimfarben und Kaseinfarben, die sich vor allem für trockene Räume sehr gut eignen." Heigl empfiehlt auch hier sehr genau auf die Deklaration zu achten. "In so mancher Kalkfarbe ist neben diversen Kunststoffen oft nur eine Idee von Kalk drinnen. Auch bei den Silikatfarben besteht die Gefahr, dass der Anteil an Kunstharzen sehr hoch ist."
Naturharzfarben sind laut Heigl zu empfehlen, wenn die Firmen eine Volldeklaration machen. Von Kunstharzdispersionen rät Heigl entschieden ab. "Die Wanderung der Feuchtigkeit und der Schadstoffe geht von innen nach außen. Da ist es doch ein Irrsinn, wenn ich die Wand innen zuschmiere."
Lesen Sie mehr in der Lebensart Ausgabe Oktober 2006
Die Garten-WG
Viele Tiere sind jetzt auf der Suche nach einem passenden Winterquartier - auch solche, die uns wichtige Gehilfen im Garten waren und viele Schädlinge vertilgt haben. Ein naturnah gestalteter Garten mit Trockensteinmauern, Hecken, Blumenwiese, Obstgarten, Reisig- und Laubhaufen bietet von Haus aus genug Unterschlupf für den Winter. In Trockensteinmauern können Spinnen, Weberknechte oder Eidechsen den Winter verbringen. Baumstümpfe und anderes morsches Holz beherbergen zum Beispiel Laufkäfer, welche auch sehr gerne Schnecken fressen.
Zusätzlich können den Gartenhelfern Unterkünfte angeboten werden, wie zum Beispiel ein "Nützlingshotel".











