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Plastik – der Streit um das Sackerl

22.03.2011:

"Jute statt Plastik" hieß es in den 80er-Jahren. Die Tasche aus Jute war gut, das Sackerl aus Plastik war schlecht. Jetzt soll das Plastiksackerl endgültig aus dem Straßenbild verschwinden. Aber so einfach wie vor 20, 30 Jahren ist Umweltschutz nicht mehr.

Foto: Istock

350 Millionen Plastiktragetaschen werden in Österreich pro Jahr ausgegeben, von denen eine durchschnittlich eine halbe Stunde in Gebrauch ist. Mit seinem Verbot der aus Erdöl hergestellten Plastiktragtaschen, das Anfang des Jahres in Kraft trat, hat Italien die Diskussion in Österreich neu entfacht. 73% aller Österreicher wollen es laut einer Karmasin-Umfrage im Wochenmagazin "Profil" Italien nachmachen. Trotzdem wird ein dementsprechendes Gesetz so schnell nicht kommen. Umweltminister Berlakovich argumentiert, ein solches würde gegen eine EU-Richtlinie verstoßen. Das Plastiksackerl-Verbot in Italien werde wahrscheinlich von der EU wieder aufgehoben werden. Der Handel positioniert sich als Verteidiger der Wahlfreiheit des Konsumenten. Wissenschafter - durchaus auch solche, die umweltbewusst eingestellt sind - halten die Diskussion für übertrieben. Der Anteil der Plastiksackerl am Gesamtmüll betrage nur 1 bis 2 Promille, der am Kunststoffabfall 2 bis 3 Prozent. 13 Kilometer weniger mit dem Auto zu fahren, hätte CO2-technisch gesehen dieselbe Wirkung wie ein Jahr ohne Polyethylen-Sackerl.

Wer zahlt, spart
Dass derjenige, der für ein Sackerl zahlen muss, sich eher überlegt, ob er ein neues nimmt, hat Irland vorgezeigt. Auf der Insel wird seit 2002 eine Steuer von 15 Cent, ab 2007 22 Cent auf jedes Sackerl eingehoben. Ergebnis: 90%-Rückgang des Plastiksackerl-Verbrauchs.

Während bei den Plastik-Tragtaschen der Preis abschreckend wirken kann, ist das bei den aus China importierten Sackerln für Obst und Gemüse - den sogenannten "Knotenbeutel" - nicht der Fall. Niemand zahlt gerne für etwas, das bisher immer gratis war. Und Knotenbeutel aus nachwachsenden Rohstoffen sind im Einkauf derzeit etwa vier bis sechs Mal so teuer wie die herkömmlichen Plastikbeutel.

Anfang März verkündet Umweltminister Berlakovich, dass nun sukzessive Knotenbeutel aus biologisch abbaubaren Materialien in fast allen Handelsketten eingeführt werden sollen, vorerst als Versuchsprojekt.


Lesen Sie mehr in der LEBENSART April/Mai 2011

Autorin: Rosemarie Poiarkov


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Sackerl aus natürlichem Kunststoff: www.naku.at

drucker  email  Kommentieren (1) Kommentar

Markus  am 04.04.2011 16:40:59

Sackerl aus natürlichem Kunststoff

ein weiterer Lieferant für biologisch abbaubare Säcke gibt es auch in Tirol, Firma Pro-Tech.