LEBENSART BLOG

DIE AKTUELLE FRAGE

Entspannen, Abenteuer oder Fernreise: Welchen Urlaub planen Sie heuer?
 

mehr

Natur als Vorbild

26.11.2010:

Es ist sicher unkonventionell aber eindeutig innovativ, Weisheit aus der Natur abzuleiten, ist Prof. Anton Moser, Vizepräsident des Naturschutzbundes Steiermark, überzeugt und entwirft ein Bild der NaturKultur als ganzheitliche Lebensform.

Natur als Vorbild
Wir Menschen übersehen auf Grund unserer anthropozentrischen Weltsicht, dass die Natur eine um Vieles längere Evolution hat als der Mensch, nämlich 4-6 Mrd Jahre im Vergleich zu ca. 300.000 Jahren kulturelle Entwicklung. Warum also nicht einmal darauf schauen, was die Natur in ihrer Funktionsweise zu bieten hat an Erfahrung.

Weisheit versteht sich einfach als Integration von Wissen und Werten, kein Nebeneinander.
Weisheit ist keine Esoterik sondern die Fähigkeit, einen realistischen Umgang mit der Komplexität des Lebens zu pflegen, mit langfristigem, ganzheitlichem Denken & Handeln für das Gemeinwohl, was Politik und Wirtschaft außer Acht lassen.


Man erweckt schnell den Anschein eines Narren, da gegenwärtig eine von Weisheit völlig unberührte, gänzlich anderen Kriterien verpflichtete Sache dominiert, die Ökonomie, die sich über die kulturellen, politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Prozesse legt und tief ins Privatleben eindringt.

Heute fehlt uns kaum etwas sosehr, wie Weisheit, im Umgang mit der Welt, mit anderen und uns selbst. Weisheit spielt in unserer Welt gegenwärtig keine Rolle, da uns unsere „Mitte“ fehlt. Weisheit beinhaltet nicht nur das Aufspüren der Mitte, sondern auch das angemessene Handeln aus dieser Mitte heraus.

Weisheit der Natur/Ökosophie
Schon der Grünphilosoph Arne Naess hat 1972 den Begriff deep ecology geprägt. Darunter versteht man eine Philosophie mit dem Wunsch eines Friedens zwischen Mensch und Natur. Erst 2006 hat dann Anton Moser  eine Art „Systemlogik“ aus der Natur erschaut, die mit Hilfe von Intuition möglich war, wie es im „Grazer Manifest zur NaturKultur“ steht, das der Österr. Naturschutzbund herausgegegen hat.

Wenn Menschen der reinen Rationalität folgen, können sie dies schwer nachvollziehen! Daher ist die Bildung eines ganzheitlichen Bewusstseins - wie es das Projekt SEiN (SelbstErkenntnis in der Natur) des Naturschutzbundes Steiermark beabsichtigt - das wichtigste Anliegen in Richtung EQ /Emotional Quotient, der 80% der Lebenserfüllung ausmacht, um eine gedeihliche Zukunft auf Erden zu erzielen. Erst dann werden nötige politische Maßnahmen in der Gesellschaft greifen!

ÄsthEthik als innovativer Begriff verkörpert die Integration von Ästhetik und Ethik als neue Form der Ethik, die ohne Zeigefinger von oben auskommt und aus reiner „Einsicht in das Ganze“ passiert, wie es E. Lessing im 18.Jh angedacht hat. Wie im Projekt SEiN verankert, wird der Mensch durch tiefes Erleben der Natur von ihrer Schönheit so ergriffen, („Schönheit ist der Glanz des Ganzen“) dass er begreift ein Teil des Ganzen zu sein und daher jegliche Schädigung unterlässt. Daher gilt: „Ästhetik ist die Mutter der Ethik“!

Buchtipp:

Anton Moser (2009): NaturKultur- ganzheitliche Lebensform nach der Weisheit der Natur, Naturschutzbund Stmk & Ökosoziales Forum Stmk (Hrsgb.) ISBN978-3-9501292-7-4
 

Univ.-Prof. DI Dr. techn. Anton Moser, ehemaliger Vorstand des Instituts für Biotechnologie an der TU Graz, ist Vizepräsident des Naturschutzbundes Steiermark. Prof. Anton Moser arbeitet an der Vision der Weisheit der Natur, der "Ökosophie" und kam damit zur „Natur-Kultur“.

 

drucker  email  Kommentieren (0) Kommentare