Mehr als 3.000 neue Chancen“ durch ein neues Konto
Überraschend hoher Zulauf zum „Neue Chance Konto“ der PSK Bank. Zwischenstand zum Jahresende 2009: Seit April wurden über 3.200 Konten eröffnet.
Mit dem „Neue Chance Konto“ bietet die PSK Bank ein dringend benötigtes Bankprodukt an. Seit April dieses Jahres können Menschen, die aufgrund mangelnder Bonität bisher von den wichtigsten Bankdienstleistungen ausgeschlossen waren, mit dem „Neue Chance Konto“ wieder am täglichen Zahlungsverkehr teilnehmen.
50.000 Menschen ohne Konto
In Österreich leben laut Angaben der Schuldnerberatung mehr als 50.000 Menschen, die aufgrund mangelnder Bonität von den meisten Banken kein eigenes Konto erhalten. Das kommt einem Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben gleich, denn ohne eigenes Girokonto stellen bereits das Bezahlen täglicher Rechnungen, der Bezug von Sozialbeihilfe oder der Empfang eines regelmäßigen Gehalts unüberwindbare Probleme dar. Die Europäische Kommission, Konsumentenschützer sowie NGOs und NPOs fordern seit langem die Schaffung eines geeigneten Kontos für diese Personengruppe.
Zwischenstand zum Jahresende 2009
Seit April wurden über 3.200 Konten eröffnet. Das „Neue Chance“ Konto entspricht in Kontonummer, Bankleitzahl und Funktionen dem günstigsten Kontopaket der PSK BANK – allerdings ohne Überziehungsrahmen, Bankomat- oder Kreditkarte. Die Analyse nach der Kundenstruktur zeigt, dass der Bedarf an diesem Kontopaket deutlich höher war, als ursprünglich angenommen wurde. „Das ‚Neue Chance’ Konto wurde nie beworben. Trotzdem verzeichnen wir heute 3.261 Konten“, ergänzt Regina Prehofer. Der Grund dafür: das „Neue Chance“ Konto wird von unabhängigen Beratungsstellen empfohlen, die ihren Klienten damit einen Wiedereinstieg ins Finanzleben ermöglichen.
Analyse der Kontonutzung
- Zusatzprodukte: Rund 20% der „Neue-Chance“-Kontoinhaber besitzen nicht nur dieses Konto, sondern auch ein zweites oder drittes Produkt bei der Bank, wobei der Schwerpunkt auf Spar- oder Bausparprodukten liegt.
- Haben-Umsatz: 4,5% der Konto-Inhaber verfügen über einen Durchschnitts-Saldo von mehr als 880,– Euro pro Quartal, das bedeutet, dass ab diesem Betrag die Kontoführung gratis ist, ansonsten werden 13,50 Euro pro Quartal verrechnet.
Soziodemographische Analyse
- nach Bundesländer: In Wien wurden mit einem Anteil von 45% die meisten Konten eröffnet, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Die Kunden stellen somit nach demographischen Gesichtspunkten einen repräsentativen Querschnitt der österreichischen Bevölkerung dar.
- nach Geschlecht: In der Geschlechter-Verteilung fällt der deutliche Überhang männlicher Kunden auf. 71 % der Kontoinhaber sind Männer, lediglich 29 % Frauen nehmen dieses Angebot in Anspruch.
- nach Altersstruktur: 92 % der Kontoinhaber sind zwischen 20 und 59 Jahre alt, sind also im erwerbsfähigen Alter. Mangelnde Bonität ist also keine Frage des Alters, sondern von der aktuellen Lebens- und Einkommenssituation abhängig, die sich z.B. durch Jobverlust schlagartig ändern kann.
- AMS-Klienten: Lediglich 13 % der Kontoinhaber sind beim AMS gemeldet.
- Bildungsgrad: Der ebenfalls erhobene Bildungsgrad zeigt, dass vor allem Menschen mit Anlernausbildung, Lehre oder Fachschule als höchste Ausbildungsstufe das „Neue Chance“-Konto in Anspruch nehmen. Diese Gruppe ist mit 76 % überdurchschnittlich stark vertreten, da die aktuelle Wirtschaftslage ihre prekäre Situation zusätzlich verschärft. Zum Vergleich: „Neue Chance“-Kunden mit abgeschlossenem Universitäts- oder FH-Studium sind mit 8 % deutlich unterrepräsentiert.
Ersparnis pro Kontoinhaber: 25 Euro
Österreichs Banken berechnen pro Bar-Transaktion ein Entgelt zwischen 2,– und 6,– Euro. Jede Einzahlung, z.B. für die Miete, Strom ist dadurch mit Mehrkosten verbunden. Aufgrund der durch das „Neue Chance“ Konto möglichen bargeldlosen Transaktionen (Überweisungen) sparen die Kontoinhaber bares Geld. Seit April 2009 wurden rund 28.000 automatische Transaktionen über „Neue Chance“ Konten abgewickelt. Bei Durchschnittskosten von 3,5 Euro pro Transaktion haben sich die „Neue Chance“-Kunden seit April Bareinzahlungsentgelte von 98.000 Euro erspart. Abzüglich des Kontoführungsentgelts ergibt sich eine Netto-Einsparung von etwa 78.000 Euro - das sind 25 Euro pro Kontoinhaber. Die tatsächlichen Einsparungen variieren natürlich von Kunde zu Kunde.
Gegen soziale Ausgrenzung
„Das Neue Chance Konto ist auch ein direktes Ergebnis der Auseinandersetzung mit den Menschenrechten“, so Günter Horniak, CSR-Beauftragter der BAWAG PSK. „In den letzten beiden Jahren haben wir uns mit allen Dimensionen der Menschenrechte auseinandergesetzt und eine Menschenrechtsmatrix erstellt. Als ein Ergebnis haben wir erkannt, dass wir in unserem Kerngeschäft mit unserem Konto etwas Konkretes gegen Diskriminierung und soziale Ausgrenzung tun können und haben unser Neue Chance Konto geschaffen.“ Es ist für uns ein Erfolg, tausenden Menschen zu helfen, den Alltag einfacher zu machen sowie vor finanzieller und sozialer Ausgrenzung zu schützen.
Zwischenbilanz und Ausblicke
Für Regina Prehofer ist die Zwischenbilanz des „neue Chance“ Kontos der BAWAG P.S.K. gleichzeitig Mahnung und Bestätigung: „Einerseits ist es erschreckend, dass so viele Menschen in Österreich bisher vom alltäglichen Zahlungsverkehr ausgeschlossen waren und oft teure Umwege gehen mussten, um den Alltag zu meistern. Die starke Nachfrage nach unserem Angebot zeigt, dass wir genau zur richtigen Zeit eine optimale Lösung auf den Markt gebracht haben. Die aktuellen Zahlen machen mich aber auch zuversichtlich. Immerhin bestätigt unsere Untersuchung, dass das ‚Neue Chance’ Konto nicht eine Notlösung ist, sondern auch ein Sprungbrett in ein gefestigtes Finanzleben sein kann.“
Fragen zu CSR Themen:
CSR-Beauftragter Mag. Günter Horniak
Tel. 0043 (1) 534 53 – 0
e-mail: guenter.horniak@bawagpsk.com



