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Klimakonferenz in Cancun

13.12.2010:

UmweltschützerInnen bewerten das Ergebnis von Cancun: Besser als erwartet, deutlich schlechter als notwendig – Cancun hält Erderwärmung nicht unter zwei Grad

Der große Durchbruch für den Klimaschutz ist nicht gelungen

Nach zwei harten Verhandlungswochen in Cancun ist der große Durchbruch für den Klimaschutz nicht gelungen, den hat aber auch niemand erwartet. “Nach den Blockaden von Japan, Russland und Kanada stand der totale Kollaps der Verhandlungen im Raum, dass dies nicht eingetreten ist, ist schon ein kleiner Erfolg”, kommentiert Johannes Wahlmüller, Klimaschutz-Experte der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. In der entscheidenden Frage um die Fortführung des Kyotoprotokolls sei man sich nicht näher gekommen. “Das Zeichen der Industrieländer, eine verbindliche Reduktion der Treibhausgasemissionen vorzunehmen, ist nicht gekommen. Dieses Vorgehen hat die Verhandlungen gelähmt”, erklärt Wahlmüller.

Kleine Erfolge wurden erzielt

Dennoch gibt es durch die Klimaverhandlungen in Cancun auch Fortschritte. Ein neuer Fonds – der Green New Climate Fund – soll eingerichtet werden, eine zentrale Forderung der Entwicklungsländer. Auch die Rolle der Weltbank, die von vielen Entwicklungsländern als kritisch gesehen wird, wurde stark eingeschränkt. “Allerdings bleibt noch völlig unklar, wie viel Mittel der Fonds tatsächlich haben wird, das ist ein großer Wermutstropfen”, kommentiert Wahlmüller.

Für die UmweltschützerInnen lassen die Ergebnisse von Cancun noch vieles offen. „Die notwendigen Schritte um die katastrophalsten Folgen des Klimawandels abzuwenden wurden nicht eingeleitet Das Ergebnis von Cancun hält die Erderwärmung nicht unter zwei Grad“, stellt Wahlmüller klar. Viel Arbeit stehe noch bevor. So konnte keine Entscheidung gefällt werden, wie mit Schlupflöchern umgegangen werden soll. Bei der Bilanzierung von Emissionen aus der Waldnutzung verfolgt die EU einen Ansatz, durch den Emissionen von bis zu 450 Megatonnen CO2 nicht bilanzieren werden müssten. “Ein gewaltiges Schlupfloch, das die Klimaziele total verwässert. Österreich war bei der Ausarbeitung dieses Ansatzes maßgeblich beteiligt. Wir fordern Minister Berlakovich auf, diesen Freibrief für Bilanzfälschungen aufzuheben und sicherzustellen, dass jede Tonne CO2 auch gezählt wird. Jede Tonne CO2 trägt zum Klimawandel bei, egal woher sie kommt”, so Wahlmüller. Der große Durchbruch bei den Verhandlungen muss nun spätestens auf der folgenden Klimakonferenz 2011 in Südafrika erreicht werden.

www.global2000.at
 

EU war wenig ambitioniert

Martin Kaiser, Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, kritisiert, dass Europa  ein schlechtes Bild abgegeben hat.  "Die EU war wenig ambitioniert. Kein mutiges Reduktionsziel, Uneinigkeit in wichtigen Beschlüssen - so verkommt die europäische Union in der Klimapolitik zur Bedeutungslosigkeit."  Bei der Einrichtung des Klimaschutzfonds zum Beispiel hatte die Europäische Kommission und Großbritannien lange gegen die EU-Position gearbeitet".  Greenpeace fordert von der EU, sich Anfang 2011 endlich darauf zu einigen, die Treibhausgase bis 2020 um 30 Prozent zu senken, wie es der Weltklimarat fordert.

www.greenpeace.at
 

Cancun-Agreement vertieft Zweiteilung der Welt beim Klimaschutz
Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), wiederum betont, dass bis 2020 ausschließlich die europäische Wirtschaft mit harten Restriktionen und hohen Klimaschutzkosten konfrontiert sei. Außerhalb Europas könnten die Betriebe so viel CO2 emittieren wie sie es für notwendig halten und brauchten dafür nichts oder fast nichts zu bezahlen. Schwarzer: "Europa muss aufpassen, dass es nicht zum Vorreiter im negativen Sinn wird, der zwar die Klimaziele einhält, aber die energieintensiven Betriebe verliert, die ihre Standorte aus Europa abziehen und dann sogar noch mehr klimaschädliche Abgase als zuvor emittieren."

wko.at

USA gaben sich zögernd

Der WWF zeigte sich enttäuscht über die zögernde Haltung der USA, die kein Kontrollsystem für ihr eigenes Land zuließen. Die starke Position Mexikos zum nationalen Waldschutz und das Ziel Großbritanniens, seine
Emissionen bis 2030 um 60 Prozent zu reduzieren, übte einen starken positiven Einfluss auf die anderen Länder aus.

www.wwwf.at

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