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Keine Helmpflicht für kleine Radfahrer!

24.03.2011:

Die Rahmenbedingungen für den Radverkehr müssen verbessert werden. Doch die Einführung einer Radhelmpflicht für Kinder ist kontraproduktiv.

Foto: Radlobby Niederösterreich
Radfahren ist die Lösung und nicht das Problem

Die RADLOBBY begrüßt die Ziele der Gesetzesnovelle zur Hebung der Verkehrssicherheit und Förderung des Radverkehrs. Ohne Zweifel bedürfen die Rahmenbedingungen für den Radverkehr einer Verbesserung. Als nachhaltigstes, gesündestes und umweltfreundlichstes Individual-Verkehrsmittel braucht das Fahrrad in moderner Verkehrspolitik diese Förderungsmaßnahmen auch auf legistischer Ebene.

Die Radlobby zeigt sich allerdings bestürzt über die Umsetzung dieser Ziele im vorliegenden Entwurf zur StVO-Novelle. Diese sei keinesfalls geeignet die Vorgaben zu erfüllen, vielmehr sei sie kontraproduktiv.

Die RADLOBBY rät dringlichst von einer Einführung einer Radhelmpflicht für Kinder ab!
Radhelmpflichten führen erwiesenermaßen zu negativen Entwicklungen der Radfahrendenzahlen und dadurch zu

  • weniger Bewegung (> mehr Gesundheitsaugaben)
  • weniger Radfahrenden (> höhere Gefährdung der wenigen im Verkehr) und
  • mehr Autofahrten (> mehr Schadstoffausstoß).

Schweden: Die Wirkung der Radhelmpflicht ist gleich null
Daher treten alle ExpertInnen in Österreich und auch weltweit gegen Radhelmpflichten auf. Darüber hinaus sind nicht nur ihre Folgen gesamtgesellschaftlich negativ, sondern ihre Wirkungen gleich null, wie auch Leif Jönsson, Radverkehrskoordinator in der schwedischen Stadt Malmö, bestätigte, vier Jahre nachdem in Schweden eine Radhelmpflicht für Kinder bis 15 Jahre eingeführt wurde: „Das Gesetz von heute, dass alle bis 15 Jahre Fahrradhelme benützen müssen, ist im Großen und Ganzen wirkungslos. Wir können auch keine Veränderung in der Unfallstatistik sehen, dass Kinder unter 15 von Kopfverletzungen weniger betroffen sind.“

Das Tragen eines Helms kann nur empfohlen werden
Positive, sicherheitsbezogene Kampagnen pro Helm sind zu unterstützen, aber Helmpflichten sind kontraproduktiv. Darüber hinaus sind die der Helmpflicht-Entscheidung zugrunde liegenden Zahlen der Studie das KfV wissenschaftlich nicht haltbar, wie ein Gutachten der TU Wien ergab:

  • „900 Kinder mit vermiedenen Kopfverletzungen“ nicht haltbar, weil die intransparente Abschätzung nicht methodisch abgesichert wird, auf verfälschten Grundlagen beruht und wichtige Kontrollen fehlen.
  • „1,43 Mio. EUR Einsparung“ nicht haltbar, weil keine Einsparung von Gesundheitskosten durch das Radfahren mit berücksichtigt ist.
  • „1.900 Kopfverletzungen“ sind die Kopfverletzungen systematisch überrepräsentiert, auch ist die Art nicht beschrieben – Kinn z.B. ist durch Helm nicht schützbar!
  • Unfalldaten-Grundlagen nicht haltbar für die StVO, da die Freizeitunfallstatistik eine ungewichtete Vermengung von Straßen- und Freizeitunfällen abseits von Straßen ist.
  • Studie: Nicht als Grundlage für so eine schwerwiegende Gesetzesänderung geeignet.


RADLOBBY-Folder: Zehn gute Gründe, warum die Helmpflicht für Kinder und Jugendliche keine Probleme löst (pdf)
 

VCÖ warnt vor rechtlichen Problemen
VCÖ-Experte DI Martin Blum warnt vor einen politischen Schnellschuss: "Eine Radhelmpflicht für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren verhindert keinen einzigen Verkehrsunfall, kann aber Eltern in große rechtliche Schwierigkeiten bringen. Bei Nichttragen des Helms droht eine Teilschuld, auch wenn der Unfall eindeutig von einem Lkw oder Pkw verursacht wurde. Würde die Radhelmpflicht die Verkehrssicherheit für Kinder erhöhen, wir wären die ersten, die sich dafür stark machen. Aber der Schein trügt. Eine Radhelmpflicht klingt aufs erste gut, bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass sie viele Probleme bringt, aber kaum ein Problem löst."

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