Fremd in Österreich
Wer die Ausländergesetze verschärft, kann sich der Zustimmung eines großen Teils der österreichischen Bevölkerung sicher sein. Eine realistische Auseinandersetzung mit Immigration ist dagegen unbeliebter und arbeitsaufwändiger.
Angst vor dem Fremden
Es ist umstritten, ob die Angst vor dem Fremden dem Menschen angeboren sei. Der modernere Ansatz geht davon aus, dass die Einstellung gegenüber Ausländern historisch-kulturell bedingt sei. Was oder wer fremd ist, werde durch Gesetze oder durch den gesellschaftlichen Diskurs konstruiert. Ängste und Vorurteile entstehen einerseits durch persönlich erlebte oder gehörte Ereignisse; andererseits kommen in den Medien gewisse Nationalitäten nur in einem speziellen Zusammenhang vor, wie z.B. Rumänen als organisierte Banden. Andere Ängste basieren auf einer konkreten Grundlage. So wird noch immer kaum darauf reagiert, dass es tatsächlich Ghetto-Schulen gibt. Während die eine Seite Probleme lange negierte, hatte die andere Seite keine andere Antwort als: Stopp der Immigration. Integrationsmaßnahmen wurden kaum gesetzt.
Am Arbeitsmarkt
Besonders aus den ehemaligen Ost-Staaten kommen immer mehr gut ausgebildete Menschen. Ihre Ausbildung wird aber oft nicht anerkannt. Dadurch werden sie gezwungen, Arbeiten zu verrichten, die ihrem Bildungsstand nicht entsprechen, was weder ihnen noch der österreichischen Wirtschaft förderlich ist. Viele beschweren sich auch nicht. Sie sind froh, überhaupt hier sein zu dürfen.
Asylwerber dürfen bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nicht arbeiten; Staatsbürger der neuen EU-Länder oder Angehörige können um eine der heiß umkämpften Arbeitsbewilligungen ansuchen; faktisch gelten für sie jahrelange Übergangsfristen. Solche Gesetze fördern natürlich die Schwarzarbeit, von der - obwohl oft verurteilt - viele Österreicher profitieren z.B. bei der Altenpflege. Das Verbot, einer Arbeit nachzugehen, fördert vermehrt die Zwei-Klassen-Gesellschaft und produziert psychische und physische Krankheiten. Offizielle Arbeitslosenstatistiken haben nichts zu tun mit Menschen, die bereit sind, jeden Job um wenige Euro, ohne Recht auf Urlaub, Krankenversicherung oder Schutzmaßnahmen auszuüben.
Lesen sie mehr in der Lebensart Juli 2007
Der große Durst
Der Klimawandel bringt den Wasserhaushalt unseres Planeten gehörig durcheinander. Die Ausbreitung von Trockengebieten macht Trinkwasser noch kostbarer. Immer noch haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Wer im Frühling in Sizilien unterwegs ist, dem fallen die in Plastikfolie verpackten Felder auf. Unter Planen wachsen Kartoffeln, Salat und Tomaten heran, die zumeist in die Länder Mitteleuropas exportiert werden. Weil wir Obst und Gemüse unabhängig von den Jahreszeiten genießen wollen, werden im Mittelmeerraum 190 Liter für ein Kilo Tomaten und sogar 250 Liter für ein Kilo Kartoffeln verbraucht. Denn ohne Bewässerung läuft im Süden gar nichts. Was im Waldviertel der natürlich fallende Regen bewirkt, muss dort teuer erkauft werden. Nach Angaben der UNESCO gehen rund 70 Prozent des weltweit genutzten Wassers in die Landwirtschaft.



