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Die Wasserverbesserer gehen um

05.07.2010:

Der Markt für Geräte zur Wasserverbesserung boomt. Viele Menschen sind unsicher, ob sie ihr Wasser bedenkenlos trinken können. Wann soll Trinkwasser aufbereitet werden?

Foto: Istock
Wie gut ist die Trinkwasserqualität? Leitungswasser in Österreich ist besser als sein Ruf. Ständige Kontrollen wachen über die hohe Qualität.

Viele hatten sie schon an der Haustür und so mancher hat sich zum Kauf verleiten lassen. Vertreter versuchen bei Haustürgeschäften Geräte zur Wasseraufbereitung an die Konsumenten zu bringen. Um die Menschen zu verunsichern, arbeiten die Wanderprediger sogar mit spektakulären Testvorführungen im Wohnzimmer. Das Wasser aus der Leitung ist Teufelszeug, und als Beweis bedienen sie sich eines alten physikalischen Phänomens. Wird ein Metallstab ins Wasser gehalten und eine elektrische Spannung angelegt, so lagern sich Sauerstoffionen an diesem Stab ab und es bildet sich Eisenoxid oder Eisenhydroxid.

Das vermeintliche Beweismittel für verdrecktes Wasser ist also lediglich der alt bekannte Effekt des Rostens. In das vom Verkäufer mitgebrachte entmineralisierte Wasser gehalten, bleibt der bräunliche Niederschlag in Ermangelung der elektrischen Leitfähigkeit aus. Verkaufswirksame Conclusio aus dem ganzen Zauber: Installieren Sie ein Osmosegerät und filtern Sie ihr Wasser, bis nichts mehr ihrer Gesundheit schaden kann! Eine doch etwas zu einseitige Sicht der Dinge, meint dazu DI Daniela Capano, Leiterin des Fachbereichs Wasser bei ''die umweltberatung'' Niederösterreich.

Osmosefilter holen wahllos alle Stoffe aus dem Wasser
Sie filtern die möglicherweise schädliche Chemie ebenso wie die für den menschlichen Organismus wichtigen Mineralstoffe. DI Daniela Capano: „Ohne Mineralstoffe gibt es im Menschen keinen funktionierenden Flüssigkeitshaushalt. Reines Wasser kann unser Körper nicht ausscheiden. Der Körper kann nur schwitzen und Wasser abgeben, wenn er dazu Mineralstoffe zur Verfügung hat. Ist zuviel Wasser im Körper, müssen wir für dessen Ausscheidung Mineralstoffe aus anderen Quellen zuführen.“

Diese von außen zugeführten Mineralstoffe stammen in der Regel aus der Nahrung und sind in Gemüse, Obst, Milch, Getreide oder Fleisch enthalten. Trinken wir täglich entmineralisiertes Wasser und ernähren uns ausgewogen, so besteht unmittelbar keine Gefahr, weil der Körper eine große Ausgleichsfähigkeit über die Mineralstoffe der Nahrung hat. In Zeiten erhöhten Bedarfes kann es jedoch zu Engpässen kommen. Daniela Capano: „Kritisch zu sehen ist entmineralisiertes Wasser in der Schwangerschaft, bei Streß, bei Krankheit, bei Kindern im Wachstum und bei alten Menschen. Gefährlich wird es bei Fastenkuren und bei einseitiger Ernährung. Vorsicht geboten ist auch beim Kochen mit entmineralisiertem Wasser. Die Salze aus den Lebensmitteln werden stärker als bei normalem Wasser herausgelöst. Das Kochwasser wird jedoch meist weggeschüttet und somit hat das zubereitete Mahl nur noch wenige Mineralstoffe.

Kann wirklich jedes Leitungswasser unbedenklich getrunken werden?
Trinkwasser gehört in Österreich zu den am besten überprüften Lebensmitteln. Ein Fall von Grundwasserverseuchung im oberösterreichischen Enns hat gezeigt, wie verletzlich unser Grundwasser ist. Die gefundenen Spuren von Spritzmitteln im Leitungswasser haben aber auch bewiesen, wie gut die Überwachung des Wassers bei uns funktioniert. Die Wasserversorger können dadurch schnell reagieren und Gesundheitsgefahren vermeiden.

Autor: Michael Fusko

Lesen Sie mehr in der LEBENSART Juli/August 2010. Ausgabe bestellen
 

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Links:

Infos:
Wasserhotline Oberösterreich: (+43 732) 77 20-144 22 von Mo-Fr von 8-13 Uhr

drucker  email  Kommentieren (2) Kommentare

Siegmund Appl N-E-T New Environmental Technologies  am 14.07.2010 01:55:58

Teil 2

Selbstverständlich ist es wichtig, in mehrerlei Hinsicht so natürlich als möglich gehaltenes Wasser zu trinken. Fakt ist dabei, dass kein abgepackt geliefertes Wasser, das uns heute zahlreich angeboten wird, dem entspricht, was wir unter Quellwasser eigentlich verstehen.
Gleichzeitig ist es eine Tatsache, dass in unserem Trinkwasser aus den Leitungen oft auch Inhaltsstoffe sind, die nicht hineingehören. Das ist im Artikel auch zum Ausdruck gekommen.
Ich denke, wir alle haben mittlerweile erfahren/gelernt, dass radikale Lösungen niemals zu einem guten Ziel führen. Und Geräte zur Wasseraufbereitung zuhause (also Heimwasseraufbereitungsgeräte) auf Basis Umkehrosmose (auch Membranfiltration oder Feinstfiltration wird dazu oft als Umgehung des Begriffes "Umkehrosmose" verwendet, nachdem dieser scheinbar auch in der Branche mittlerweile versucht wird, zu umgehen, wenn man die Homepages verschiedener Anbieter durchliest) ist so eine radikale Lösung.
Wenn jemand so ein Gerät anschaffen möchte, so empfiehlt sich ein Mehr-Filter-System. Dabei wird selektiv das herausgenommen, was individuell im Wasser enthalten ist, aber wobei die Mineralien erhalten bleiben. Wenn das ein System ist, wo der Kunde auch individuell entscheiden kann, mit welchen Komponenten dieser individuellen Aufbereitung sie ihr/er sein System letztlich ausstatten möchte, dann ist das wohl der sinnvollere Weg.

Siegmund Appl N-E-T New Environmental Technologies  am 14.07.2010 01:55:31

Elektroden im Wasser als vermeintlicher "Qualitätstest"

Dieser Test, bei dem 2 Elektroden ins Wasser gehalten werden, bewirkt auch, dass das Wasser schwarz wird. Mit der Information des vermeintlichen Experten "Seh'n Sie, und das trinken Sie täglich!" wird den Menschen Angst gemacht (wer will schon ein Dreckwasser trinken, nachdem der ja durch einen sogenannten Experten sichtbar gemacht wurde?). Fakt ist, dass es dabei auch zu einem Oxidationsprozess kommt. Oxidation ist ein "Verbrennungsvorgang". Somit wird alles, was im Wasser durch diesen Stromfluss "verbrennbar" ist (und das ist solange möglich, solange auch viele auch gute Stoffe (z.B. Mineralien) im Wasser vorhanden sind), schlichtweg nur verbrannt. Wäre vollkommen mineralienfreies Wasser für den Menschen am besten, dann gäbe es zahlreiche Quellen, wo derartiges Wasser in der Natur vorkommt. Fakt ist, dass dem nicht so ist. Die Pseudoargumente vom Volk der Hunzas, dem Franzosen Vincent und anderem mehr, dienen dem Vertriebserfolg, aber nicht dem Menschen. Gesundheit rein auf den Genuss von total reinem Wasser zurückzuführen, ist ebenso lächerlich, als wenn jemand sagen würde "Iss nur Biogemüse und Biofleisch und Du bist gesund.", aber gleichzeitig Stressfaktoren in Beruf und Freizeit, Nutzung elektronischer Geräte mit hochfrequenter Strahlung, soziale und psychische Faktoren, sonstigem Konsumverhalten und anderem mehr keinerlei Bedeutung beimessen.