Der Rohbau
Das optimale Grundstück ist gefunden, die Planung soweit abgeschlossen, die Finanzierung gesichert. Im vierten Teil der Bauserie beginnen wir das Haus zu bauen. Der Rohbau ist ein faszinierender Teil im Baugeschehen. Da kann man richtig zusehen, wie das Haus aus dem Boden wächst.
Bleiben wir vorerst noch kurz unter der Erde. Das Thema Keller haben wir in den letzten Ausgaben bereits kritisch hinterfragt. "Wenn sich die Bauherren für einen Keller entschieden haben ist für mich ganz klar, dass das ein Fertigbetonkeller wird. Das geht sehr schnell und ist auch finanziell die interessanteste Variante", stellt Umweltberater Friedrich Heigl klar. Bevor der Keller betoniert wird, sollten jedoch noch einige Fragen abgeklärt werden: Steht das Haus auf einem ebenen Grundstück? Habe ich eine Hanglage, wo ich Hangdrücke zu erwarten habe? Muss ich Feuchtigkeit abführen und bei der Feuchtigkeitsisolierung besonders aufpassen? Oder baue ich auf einem durchlässigen Schotterboden? Und vor allem: Wie werde ich den Keller einmal nutzen?
Wohin mit der Feuchtigkeit?
Heigl: "Wir erleben immer wieder das Problem, dass die Leute den Keller nicht nutzen können, weil er feucht und muffig ist. Meistens werden die Drainagen falsch ausgeführt und werden zu Bewässerungsanlagen." Die Hauptursache ortet Heigl im hektischen Zeitplan. "Der Keller wird im Herbst noch schnell herausgestampft, zur Drainagierung und Feuchtigkeitsisolierung bleibt keine Zeit mehr bis der erste Schnee kommt. Dann rutscht Erdreich in die Baukünette schräg zur Kellerwand ein. Man müsste im Frühjahr wieder den Bagger holen, um das eingerutschte Erdreich zu beseitigen, das macht aber niemand. Stattdessen wird notdürftig ausgeschaufelt und die Drainage verlegt. Diese liegt dann viel zu hoch und viel zu knapp an der Kellerwand." Richtigerweise muss der Drainageschlauch im Abstand von mindestens einem halben Meter zur Kellerwand und unter die Fundamentplatte oder zumindest unter die Anschlussstelle der Kellerwand verlegt werden, weil die Anbindung der Kellerwand an die Sohle der wundeste Punkt für einen Wassereintritt darstellt. Für Südhanglagen bietet sich die Möglichkeit, den Kelleraufbau zu teilen. Nord-, West- und Ostwand wie gehabt in Beton, im vorderen Südteil, der nicht unter der Erde ist und meist hochwertige Räume mit Gartenanschluss bringt, kann ich mit Ziegel aufmauern. (besseres Raumklima)
Lesen Sie mehr in der Ausgabe Febraur 2006
Weiters:
- G'sund wohnen: Umweltzeichen spezial zu den Themen "Möbel", "Bodenbeläge", "Wandfarben" und "Reinigung"











