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Bleib auf dem Teppich

05.02.2008:

Wegen ihres verstaubten Images wurden handgeknüpfte Teppiche flächendeckend vom Spannteppich verdrängt. Mittlerweile stehen die edlen Kunstwerke wieder hoch im Kurs - und das sogar öko- und CSR-gelabelt

Foto: Rahimi
Innerhalb von zehn Jahren konnten die Arbeits- und Lebensbedingungen von ungefähr 300.000 Menschen mit solchen Maßnahmen nachhaltig verbessert werden.

In der Knüpfhalle läuft das Radio, die ArbeiterInnen unterhalten sich angeregt, bei entspannter Atmosphäre. Hier in der Teppichmanufaktur in Kathmandu/Nepal unterscheidet sich die Arbeitsweise sehr von dem, was wir aus Europa gewohnt sind. Die Übergänge zwischen Arbeits- und Privatleben sind fließend, die Arbeit wird immer wieder unterbrochen für Pausen oder um private Dinge zu erledigen. Die Wohnungen der KnüpferInnen befinden sich gleich auf dem Gelände der Manufaktur.

Die Teppichproduktion ist erst Mitte des 20. Jahrhunderts nach Nepal gekommen, als Tausende Tibeter ihre Heimat verlassen mussten. Weil in diesem wunderschönen Land eine große Landflucht herrscht und rund 40 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, ist die weltweit größer werdende Nachfrage nach handgeknüpften Teppichen eine reelle Chance für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, vor allem, wenn Umweltauflagen und soziale Standards nach europäischem Vorbild kontrollierbar sind und auch eingehalten werden.

 

Faire Teppiche mit Label STEP

Neben dem Berufsverband des europäischen Teppichhandels Care & Fair, der sich vorwiegend der Vermeidung von Kinderarbeit widmet, gibt es das 1995 in der Schweiz gegründete Label STEP. Zertifizierte Händler setzen sich für die Verbesserung der sozialen Bedingungen in der Teppichproduktion ein. Reto Aschwanden arbeitet seit zweieinhalb Jahren in der Schweiz für Label STEP und hat vor Weihnachten ein paar dieser Projekte in Nepal besucht. "Wir erachten den fairen Handel als wertvolles und wichtiges entwicklungspolitisches Instrument, ermöglicht er doch eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, die auch den Arbeitern dient und einen Weg aus der Armut anbietet", so Reto Aschwanden. "Auch in der Bekämpfung missbräuchlicher Kinderarbeit ist der faire Handel sehr wirkungsvoll: Verdienen die Erwachsenen einen gerechten Lohn, von dem sie ihre Familien ernähren können, müssen die Kinder nicht arbeiten und können stattdessen die Schule besuchen."

 

Tatsache ist, dass die Nachfrage nach handgeknüpften und -gewebten Teppichen weltweit steigt, während gleichzeitig immer weniger Menschen das traditionelle Handwerk beherrschen und weitergeben können. "Wir planen deshalb, eine Knüpfschule in Südpersien zu gründen", erzählt der Wiener Teppichhändler Ali Rahimi, "weil das Handwerk sonst verloren geht. Warum sollen Kinder nicht im Rahmen eines normalen Unterrichts die Knüpfkunst lernen wie hierzulande zum Beispiel das Zeichnen?" Ali Rahimi, dessen Wiener Traditionshaus Rahimi&Rahimi Lizenznehmer von Label STEP ist, ist auch Gerichtssachverständiger für handgeknüpfte Teppiche: "Vor der Art des Teppichkaufs, wie er vor allem in touristischen Ländern betrieben wird, kann man nur warnen."

Weitere Infos: www.label-step.org

Hier erhalten Sie Label-Step-Teppiche: Bezugsquellen zum Download

 

 

 

Lesen Sie mehr in der lebensART Februar 2008

 

 

 

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