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5. Finanzierung

So viel kostet Ihr Haus

Die Vorstellungen der angehenden Bauherren, was ein Haus tatsächlich kostet, sind in den meisten Fällen absolut irreal. 300 000 bis 400 000 Euro sind für ein 150-Quadratmeter-Einfamilienhaus zu rechnen. Dazu kommen noch die Kosten für das Grundstück und die Einrichtung. Dann wird meist der Sparstift angesetzt.

Tipp 1: Kalkulieren Sie ehrlich und schwindeln Sie sich nicht selbst an. Ein Haus ist eine enorme finanzielle Herausforderung.

Tipp 2: Überschätzen Sie die Eigenleistungen nicht. Auch wenn der Schwager ein Maurer, der Onkel Zimmermann und der beste Freund ein Elektriker ist und wenn Sie neben Ihrem Job viel Zeit haben, selbst Hand anzulegen – Sie werden sich maximal 20 % der gesamten Baukosten einsparen. Meist verlängert sich dadurch aber die Bauzeit, was auf der anderen Seite zusätzliche Mietkosten in Ihrer derzeitigen Wohnung verursachen kann.

Tipp 3: Ein Hausbau ist immer auch eine Belastungsprobe für eine Beziehung. Wer über mehrere Jahre jede freie Minute in den Hausbau steckt, vernachlässigt zwangsläufig seine Familie. Und das kann dann schon einmal ein böses Erwachen geben.

Tipp 4: Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Das Honorar für den Planer oder Architekten ist bestens investiertes Geld und kann helfen, die Baukosten zu verringern. Eine optimale Wärmedämmung reduziert die kommenden Fixkosten bei der Heizung so enorm, dass sich diese Investition schon nach wenigen Jahren rechnet.

Tipp 5: Stellen Sie zuerst Keller und Garage in Frage. Überlegen Sie sich genau, wie groß das Haus sein muss und ob Sie hier nicht einige Quadratmeter einsparen können.

Tipp 6: Sparen kann man auch bei der Heizung. In vielen Fällen werden mehrere Systeme eingebaut – eine Zentralheizung, ein Kachelofen, eine Solaranlage. Da gibt es schon ganz hervorragende Kombinationslösungen. In einem Passivhaus können Sie sich ein herkömmliches Heizsystem bis auf eine Kleinstwärmepumpe oder einen Kaminofen ersparen, dafür müssen Sie in optimale Dämmung und eine automatische Komfortlüftung investieren.

Tipp 7: Auch bei der Einrichtung kann ich anfangs einiges sparen. Ein billiger Schiffboden tut es in manchen Räumen auch und ist ein hervorragender Blindboden für den Parkett, den man sich in späteren Jahren leisten kann.

Tipp 8: Bevor man zu bauen beginnt, sollte man etwa ein Drittel der prognostizierten Kosten an Eigenmittel zur Verfügung haben. Das wäre ein guter Grundstock, damit man nicht im Finanzdesaster landet. Es ist besser, den Hausbau ein paar Jahre zu verschieben und anzusparen. Nutzen Sie auch die Unterstützungsangebote der Eltern und Großeltern.

Tipp 9: Informieren Sie sich bei Ihrer Bank und in Ihrer Gemeinde über alle Fördermöglichkeiten, die für Ihr Bauprojekt in Frage kommen.

Tipp 10: Rechnen Sie sich ehrlich aus, wie viel Sie zurückzahlen können, indem Sie ihre monatlichen Fixkosten für Essen, Kleidung, Kinder, Versicherungen, Auto und vieles mehr über einen längeren Zeitraum genau auflisten. Diese Kosten sind zusätzlich zu den Baukosten zu tragen.

Tipp 11: Schauen Sie sich den Film „Hinterholz 8“ mit Roland Düringer an und erst dann machen Sie Ihr persönliches Finanzkonzept mit Unterstützung eines Professionisten Ihres Vertrauens.
 

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