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3. Räume

Wie wollen Sie leben?

Das richtige Grundstück ist gefunden, die Visionen von gemütlich hellen Räumen in unseren Köpfen nehmen auf einem Plan erste Gestalt an.

Tipp 1: Bauen Sie Ihr Haus für Ihre Bedürfnisse. Gehen Sie bei der Planung nicht davon aus, dass ihre Kinder als Erwachsene ebenfalls hier wohnen werden. Aber planen Sie flexibel. Sollte sich später doch ein Kind samt Familie bei Ihnen einfinden, können Sie bereits in der Planung Aus- und Zubaumöglichkeiten mit getrennten Eingängen vorsehen und die entsprechenden Anschlussleitungen verlegen.

Tipp 2: Entwickeln Sie Ihre Pläne unbedingt mit einem Architekten oder einem Planer weiter. Lassen Sie sich nicht von der Höhe der Honorare abschrecken. Diese Investition macht sich letztlich mehrfach bezahlt. Jeder Quadratmeter, den Sie durch kreative Lösungen einsparen können reduziert Ihre Baukosten enorm und senkt später ihre Heizkosten.

Tipp 3: Gute Planer erkennen Sie an guten Lösungsvorschlägen. Sie sparen nicht nur unnötigen Platz und haben in kurzer Zeit logische Lösungen für noch so komplizierte Details, sondern machen auch die Abläufe im Haus einfacher.

Tipp 4: Grundsätzlich gilt, warme Räume von Südost bis Südwest anzuordnen und die Erschließungs- und Lagerräume in den kühleren Norden zu legen. Die Anordnung der einzelnen Räume soll sich am Lauf der Sonne orientieren. Das Schlafzimmer mit der Morgensonne im Osten, die Küche im Südosten, das Esszimmer im Süden, das Wohnzimmer im Südwesten, die Kinderzimmer im Süden oder Westen mit viel Tageslicht, im Norden ist Platz für den Eingang, die Gardarobe und das Stiegenhaus.

Tipp 5: Tipp 4 ist kein Dogma. Sie sitzen vielleicht lieber beim Abendessen in der untergehenden Sonne – dann sollte das Esszimmer im Südwesten sein. Und wenn im Osten eine stark befahrene Straße vorbei zieht, hat das Schlafzimmer dort nichts verloren.

Tipp 6: Überlegen sie sich, wie Sie die einzelnen Räumen nutzen möchten und wie groß sie daher sein sollen. Sitzen Sie keinen falschen Wertigkeiten auf. Wird das Wohnzimmer in erster Linie zum Fernsehen genutzt, muss es kein großzügiger Repräsentationsraum sein. In diesem Fall genügt eine flexible Möblierung, die wenig Platz einnimmt, etwa bequeme Lehnsessel mit Beistelltischen, die je nach Bedarf leicht und individuell zusammengestellt werden können.

Tipp 7: Heute geht der Trend verstärkt hin zu offenem Wohnen, das heißt, dass zumindest Küche, Essplatz und Wohnzimmer in einem großen Raum untergebracht sind. Wer so plant sollte den Fernseher nicht im Wohnzimmer unterbringen, sondern ein eigenes Zimmer vorzusehen. Sonst sind laufend Nutzungskonflikte vorprogrammiert - etwa wenn Sie Sich im Esszimmer unterhalten möchten und daneben die Kinder den Fernseher aufdrehen.

Tipp 8: Kinder brauchen Raum. Die Kinderzimmer werden im Plan meist sträflich vernachlässigt. Solange sie ganz klein sind, überall im Haus spielen oder die Aufgabe am Küchentisch erledigen, ist das noch kein Problem. Wenn sie älter werden wollen sie sich in ihr Reich zurückziehen und Freunde einladen. Das ideale Kinderzimmer ist ein geräumiges, helles Zimmer mit viel Tageslicht im Westen.

Tipp 9: Für das Eltern-Schlafzimmer reicht meist das kleinere der vorhandenen Zimmer. Es wird nur nachts und in erster Linie zum Schlafen genützt. Tageslicht spielt keine primäre Rolle.

Tipp 10: In unmittelbarer Nähe zum Schlafzimmer sollte das Badezimmer Platz finden – und das sollte nicht zu klein ausfallen. Neben, Waschbecken, Badewanne und Dusche erfüllt es oft noch weiter Funktionen. Als zentraler Umschlagplatz für die Wäsche will auch die Waschmaschine und ein Wäscheboy untergebracht werden. Und wer sagt, dass die Sauna unbedingt im Keller sein muss, wenn im Bad gemütlich Platz dafür ist – mit Ruheraum (= Schlafzimmer) nebenan?

Tipp 11: Das WC sollte vom Bad unbedingt getrennt sein.

Tipp 12: Das Herz des Hauses ist der Esstisch. Beim gemeinsamen Frühstück oder Abendessen kommt die ganze Familie zusammen, dieser Platz ist das zentrale Kommunikationszentrum und soll so angenehm gestaltet sein, dass man dort auch länger verweilen will. Von dieser Kommunikation sollte niemand ausgeschlossen sein, vor allem nicht der Partner, der die Speisen zubereitet oder das Geschirr abräumt. Das spricht für eine unmittelbare Verbindung zwischen Küche und Essplatz.

Tipp 13: Die Planung der Küche muss vor Baubeginn bis ins Detail abgeschlossen sein, weil die Anschlüsse für Wasser und Elektrogeräte vorgesehen werden müssen. Überlegen Sie vor allem hier gemeinsam mit einem Planer die Optimierung aller Abläufe. Da kommt es oft auf ganz banale Fragestellungen an, etwa ob man Rechts- oder Linkshänder ist oder ob man gerne gemeinsam kocht.

Tipp 14: Die Küche ist meist auch Lagerraum für Lebensmittel und Getränke, Abfalltrennzentrale, Leergutzwischenlager und vieles mehr. Gute Planer können dafür auch in einem kleinen Raum hervorragende Lösungen zaubern.

Tipp 15: Die Küche sollte möglichst nahe bei einer Terrasse oder beim Balkon sein. Wenn der Weg dorthin nicht viel weiter ist als zum Essplatz, wird man häufiger im Freien essen.

Tipp 16: Freundlicher Empfang. Der Vorraum ist üblicherweise kaum Thema der Betrachtungen. Und so sehen die winzigen Eingangsbereiche auch aus. Man stolpert man über Berge von Schuhen, Regenschirme, Rollerskates, Jacken, Mäntel. Kommen mehrere Leute gleichzeitig auf Besuch steigen sie sich gegenseitig auf die Zehen. Ein großzügig gestalteter Vorraum lässt dann auch noch problemlos die Unterbringung von Besen, Kübel und anderen Reinigungsgeräten zu.

Tipp 17: Keller ja oder nein? Ein durchschnittlicher Quadratmeter nutzbarer Keller kostet rund 800/m² Euro, eine Fundamentplatte lediglich 200 Euro/m². Überelegen Sie sich sehr gut, ob die Differenz von 600 Euro pro Quadratmeter bei einem entsprechend großen Grundstück nicht besser in ein Nebengebäude oder eine geringfügige Vergrößerung des geplanten Hauses investiert ist.

Tipp 18: Der fahrbare Untersatz ist auch unter einem Carport gut aufgehoben, das nur einen Bruchteil der Kosten einer Garage ausmacht.

Tipp 19: Integrieren Sie eine Garage keinesfalls ins Haus. Beim Kaltstart und beim Abstellen eines heißen Autos kommt es zu Geruchsbelästigungen. Es kann auch immer wieder passieren, dass Benzin oder Öl austritt. Diese Schadstoffe und Gerüche haben Sie dann im Keller und bei einer diffusionsoffenen Ziegeldecke oder Durchbrüchen wie Elektroleitungen auch in den Wohnräumen.
 

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